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Agentur für Arbeit: 3,09 Millionen Arbeitslose im Februar

Die eisige Februarkälte hat auch auf dem Arbeitsmarkt ihre Spuren hinterlassen - die Winterarbeitslosigkeit legte noch einmal zu. Weiterhin sind mehr als drei Millionen Menschen ohne Arbeit. Experten halten den Arbeitsmarkt dennoch für robust.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im Februar nach einem zuletzt kräftigen Anstieg noch einmal leicht zugelegt - und verharrt damit nach Experteneinschätzung weiter über der psychologisch wichtigen Drei-Millionen-Marke. Nach Berechnungen von Bankenvolkswirten waren im letzten Wintermonat 3,09 Millionen Männer und Frauen arbeitslos; das waren rund 10.000 mehr als im Januar, aber knapp 230.000 weniger als vor einem Jahr. Der Hauptgrund dafür sei der klirrende Frost in der ersten Monatshälfte. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Mittwoch (29. Februar) veröffentlichen.

Nach Darstellung von HypoVereinsbank-Volkswirt Alexander Koch hatte wegen der extremen Kälte auf vielen Baustellen die Arbeit geruht. Trotz der dämpfenden Wirkung des sogenannten Saisonkurzarbeitergeldes könne das dem einen oder anderen Bauarbeiter vorübergehend den Job gekostet haben. Dies schlage sich dann auch entsprechend in der Arbeitslosenstatistik nieder. "Wir haben im Februar schon klar negative Effekte vom Bau", betont Koch.

Nach Abzug dieser saisonalen Faktoren überwiegt bei den befragten Fachleuten allerdings vorsichtiger Optimismus. "Viele Indikatoren deuten auf eine weitere Expansion am Arbeitsmarkt hin. Das zeigte beispielsweise die weiterhin wachsende Zahl bei den offenen Stellen im Januar", macht etwa Konjunkturforscher Steffen Henzel vom Münchner Ifo-Institut deutlich. Vor allem Dienstleistungsunternehmen, aber auch viele Baufirmen planten nach dem Ifo-Beschäftigungsbarometer weiterhin Neueinstellungen.

Eine Delle im Sommer 2011

Trotzdem war die Lage für Jobsucher im Februar nicht mehr ganz so rosig wie in den zurückliegenden Monaten. Erstmals seit dem Ende der Finanzkrise ist die Arbeitskräftenachfrage nach Feststellungen der Bundesagentur wieder etwas stärker geschrumpft. Den Arbeitsagenturen seien weniger neue Stellen als in den Vormonaten gemeldet worden. Entsprechend sank der von der BA ermittelte Stellenindex um 4 auf 175 Punkte. Abgesehen von einer Delle im Sommer 2011 war die Nachfrage nach Arbeitskräften seit Juni 2009 kontinuierlich gestiegen und hatte zuletzt ein Rekordniveau erreicht.

Die BA-Erkenntnisse decken sich weitgehend mit den Prognosen der von dpa befragten Bankenvolkswirten. Sie gehen davon aus, dass die Zeiten der rasanten Jobzuwächse wie im Jahr 2011 erst einmal vorbei sind. "Das geht derzeit alles in Richtung eines moderaten Beschäftigungswachstums", meint etwa HypoVereinsbank-Vertreter Koch. Deutsche Bank-Volkswirt Stefan Schneider hält in den kommenden Monaten sogar vorübergehend einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen für möglich. Ein deutlicher Hinweis darauf ist für ihn der jüngste Einkaufsmanager-Index: "Die Daten zeigen, dass die Unternehmen inzwischen bei Neueinstellungen vorsichtiger planen."

DPA / DPA