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Stellenbörse Cebit: SAP-Kenntnisse sind eine Job-Garantie

An SAP kommt auf der Cebit kaum jemand vorbei. Das Unternehmen dominiert weltweit den Markt für betriebswirtschaftliche Software - und zunehmend den Arbeitsmarkt. So ist es kein Wunder, dass Unternehmen die weltgrößte IT-Messe zur Aquise von Fachkräften nutzen.

Von Peter Ilg

Die Computermesse Cebit ist weltweit die größte Fachmesse der digitalen Industrie und zugleich die bedeutendste branchenspezifische Jobbörse der Welt. Die Messe findet vom 4. bis zum 9. März wieder in Hannover statt. Obwohl sie eine Fachmesse ist und sich in erster Linie an Geschäftsleute richtet, sind auch Laien willkommen. "Selbstverständlich freuen wir uns auch über Privatbesucher, die sich über die neueste Informations- und Telekommunikations-Technologie informieren wollen", sagt Gabriele Dörries von der Deutschen Messe AG in Hannover.

Weil das Thema Nachwuchsförderung und Recruiting in diesem Jahr eine ganz große Rolle spielen sollen, sind vor allem technologiebegeisterte Menschen gern gesehen, die sich für einen Job in der Informationstechnologie interessieren. Die beste Gelegenheit dafür bietet sich am Wochenende, das in diesem Jahr unter dem Motto "IT-Qualifizierung und -Weiterbildung" steht.

An diesen beiden letzten Messetagen können sich vor allem Schüler, Studenten und Auszubildende über die Bedeutung von IT-Wissen für das spätere Berufsleben informieren. Treffpunkt ist der sogenannte IT-Fitness-Campus in Halle 16. Der Personaldienstleister Randstadt bietet hier eine Karriereberatung an - und hat mehr als 1000 Jobs im Angebot. "Wir wünschen uns, dass die Aussteller nicht nur mit prall gefüllten Auftragsbüchern nach Hause fahren, sondern auch mit neuen Mitarbeitern. Nicht umsonst gehören immer mehr Personalverantwortliche zur klassischen Cebit-Standbesetzung", sagt Messechef Ernst Raue.

Während der gesamten Messedauer wird der "Job & Carrer Market" in Halle 6 veranstaltet. Hier sind Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen mit ihren vakanten Stellen vertreten - unter anderem aus der IT-Branche, dem Automobilbau und dem Bereich Banken und Versicherungen. Spezialisten für Informationstechnologie werden schließlich überall gebraucht.

Begehrte Kenntnisse bei Informatikern

Welche fachlichen Skills in der Wirtschaft besonders gefragt sind, das hat Gulp durch die Auswertung seiner Projektdaten herausgefunden. Anfang des Jahres 2007 waren sich IT-Experten darin einig, dass die Programmiersprachen Java, Datenbankkenntnisse von Oracle und die Datenbanksprache SQL die begehrtesten Kenntnisse bei Informatikern sein werden. Und tatsächlich: diese drei Qualifikationen wurden 2007 besonders oft nachgefragt - von SAP-Skills aber weit übertroffen. Gulp vermittelt IT-Freiberufler in Projekte. Es hat mehr als 2000 Kunden, 60.000 eingetragene IT-Experten und 400.000 abgewickelte Projektanfragen. Die Erkenntnisse des Unternehmens über die gefragtesten IT-Skills können deshalb als repräsentativ angesehen werden.

SAP-Kenntnisse wurden 2007 mit großem Abstand am häufigsten nachgefragt, ein Viertel aller Anfragen bei Gulp richtete sich an diese Spezialisten - ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. SAP-Kenntnisse sind fast schon eine Job-Garantie. Java-, Oracle- oder SQL-Know-how wurden 2007 in etwa 16 Prozent aller Anfragen verlangt. Die Begründung für die starke Nachfrage nach SAP-Know-how liefert die Studie 'IT-Markt Deutschland 2007' der Analysten von Raad Research. Danach arbeiten vier von zehn deutschen Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern mindestens mit einem Produkt aus dem Hause SAP. Auf dem Enterprise Ressource Planning-Markt (ERP) in Deutschland ist SAP zufolge bereits Standard. Service Orientierte Architekturen (siehe Kasten) sind derzeit dabei, zum Standard heranzureifen.

"Im Schulungsbereich von Software sehen wir weiterhin Service Orientierte Architekturen insbesondere von SAP als anhaltenden Trend", so Bernd Bönte, Vorstand der Unilog Integrata Training AG. Das Unternehmen ist spezialisiert auf IT- und Soft-Skills-Qualifizierung. Bönte geht davon aus, dass Java, Oracle, Datenbanksysteme und ITIL - ein Leitfaden für die Organisation der Informationstechnologie - 2008 die Renner unter den Weiterbildungsthemen bleiben werden. Weil die Schulungsteilnehmer vor allem von den Unternehmen geschickt werden, zeigen die Anmeldungen, welches Know-how in den Unternehmen gefragt ist. Alle Schulungsthemen rund um Prozessgestaltung und -optimierung mit Workflow und Integration von Lieferanten und Kunden bleiben nach Meinung von Bönte weiterhin unverändert wichtig.

SOA ist auch nach Meinung des Branchenverbands Bitkom ein Top-IT-Trend. Umfragen würden zeigen, dass sich in Deutschland jedes zweite Unternehmen mit dem Thema beschäftigt und eine Umstellung seiner IT-Systeme in den kommenden zwölf bis 24 Monaten plant. "Nach unserer Erkenntnis sind es nicht die technischen Skills, die bei einem IT-Fachmann entscheidend sind", sagt Dr. Stephan Pfisterer, Arbeitsmarktexperte beim Bitkom.

Die Unternehmen seien bereit, ihre Mitarbeitern auf Fortbildungen zu schicken, damit sie sich spezielle Kenntnisse etwa in einer Programmiersprache aneignen. "Viel wichtiger als technische Detailkenntnisse sind abstraktes Systemverständnis, Branchen-Know-how und die Fähigkeit, die IT so auszurichten, dass sie die Wertschöpfungskette im Unternehmen präzise abbildet und gegebenenfalls optimiert. Damit trägt sie entscheidend zum Unternehmenserfolg bei", so Pfisterer. Nach seinen Angaben ist der Bereich Software und IT-Dienstleistungen der am stärksten wachsende im IT-Sektor. 10.000 bis 20.000 Stellen würden hier jährlich neu geschaffen.