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Airbus: Bundesregierung widerspricht de Villepin

Die Bundesregierung hat französische Angaben über den Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen beim Airbus-Konzern als Spekulation bezeichnet. Es gebe noch keine endgültige Entscheidung. Die IG Metall kritisierte Frankreichs Premier de Villepin für seine Äußerungen scharf.

Die Bundesregierung hat Berichte über den Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen beim Flugzeugbauer Airbus zurückgewiesen. "Nach Kenntnis der Bundesregierung sind von der Spitze des europäischen Gemeinschaftsunternehmens EADS noch keine abschließenden Vereinbarungen getroffen worden", sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg am Dienstag in Berlin.

Berichte über den Umfang des Job-Abbaus und die Verteilung auf die Standorte des Unternehmens beruhten auf Spekulationen, an denen sich die Regierung nicht beteilige. Zuvor hatte der französische Premierministers Dominique de Villepin in einem Interview gesagt, bei Airbus würden 10.000 Stellen abgebaut.

Nach Angaben von Steg wird es beim Treffen von Frankreichs Präsident Jacques Chirac und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag auf Schloss Meseberg in der Nähe von Berlin keine Entscheidungen über den Airbus-Stellenabbau geben. Dies sei allein Sache des EADS- Managements. Merkel und Chirac würden über das Thema beraten. Das Treffen werde aber kein "Airbus-Gipfel".

Der Bundesregierung sei nicht bekannt, wann Airbus die am Sonntag verschobene Entscheidung fälle, sagte Steg weiter. Die zuständigen Gremien bräuchten ausreichend Zeit. "Qualität geht vor Schnelligkeit", sagte Steg. Dabei dürfe es jedoch nicht zu einer Hängepartie für die Beschäftigten kommen. Die Bundesregierung werde sich nicht gegen wirtschaftlich notwendige Entscheidungen stellen.

Auch das Management der Muttergesellschaft EADS wollte den Jobbabbau nicht bestätigen. "Da weiß er vielleicht mehr als ich", sagte EADS-Co-Chef Tom Enders am Rande einer Veranstaltung in Hamburg. "Es sind noch keine Entscheidungen getroffen." Viele Befürchtungen und "Horrorszenarien" seien überzogen, sagte Enders weiter. Das gelte auch für den Standort Hamburg. "Das ist einer der größten Standorte weltweit und das bleibt er auch", erklärte der EADS-Co-Chef. ".

IG Metall kritisiert de Villepin

De Villepins Interview ist bei der IG Metall auf heftige Kritik gestoßen. "Wir halten es für unerträglich, dass sich nun auch die Politik an Gerüchten beteiligt", sagte der Sprecher der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, in Hamburg. Die Arbeitnehmerseite erwarte von Airbus, dass nun endlich ein Gesamtkonzept vorgelegt werde. Dann könne die Gewerkschaft auch ein Urteil über die Airbus-Pläne abgeben. Eine einseitige Verlängerung der Wochenarbeitszeit ohne die Zustimmung der Arbeitnehmerseite sei nicht möglich.

Reuters/DPA / DPA / Reuters