Airbus Das Aus für den Frachter A380?


Dem europäischen Flugzeughersteller Airbus könnte der nächste Rückschlag ins Haus stehen. Wie eine französische Zeitung berichtet, werde erwartet, dass der US-Expressdienst UPS seine Order von zehn Frachtern des Typs A380 stornieren werde.

Dem europäischen Flugzeughersteller Airbus könnte der nächste Rückschlag ins Haus stehen. Die französische Zeitung "Les Echos" berichtete am Freitag ohne Nennung von Quellen, es werde erwartet, dass der US-Expressdienst UPS in der kommenden Woche seine Order von zehn Frachtern des Typs A380 stornieren werde. Damit hätte Airbus auch den letzten Kunden für die Frachtversion des Großraumflugzeugs verloren.

Airbus erklärte, keine Kenntnis von den angeblichen UPS-Plänen zu haben. Ein UPS-Sprecher sagte, die Situation habe sich nicht verändert. Das Unternehmen überprüfe seit Oktober wegen neuerlicher Verzögerungen bei der Airbus-Produktion ihre Bestellung, die ein Volumen von etwa drei Milliarden Dollar hat.

Der Einbau der umfangreichen Verkabelung des doppelstöckigen Flugzeugs hat zu massiven Lieferverzögerungen geführt, die sich mittlerweile auf zwei Jahre belaufen. Die daraus entstehenden finanziellen Belastungen - wie Schadenersatzzahlungen an die Fluggesellschaften - führten erst diese Woche zur dritten Gewinnwarnung des Airbus-Mutterkonzerns EADS innerhalb eines Jahres. Airbus hat 2006 wohl mit einem Verlust beendet. In Folge dürfte EADS das Jahr wohl nur mit einem ausgeglichenen operativen Ergebnis abschließen.

Fedex bereits abgesprungen

Als erster Kunde hatte im November der UPS-Rivale FedEx seine Bestellung von zehn A380-Frachtern zu Gunsten des Airbus-Erzrivalen Boeing zurückgezogen. Die Leasinggesellschaft ILFC und der mit Abstand größte A380-Kunde Emirates hatten ihre Frachtmaschinen in Passagierversionen umgewandelt. Somit blieb als Abnehmer für die Frachter nur noch UPS. Der US-Expressdienst erklärte damals, keine Eile bei der Entscheidung für oder gegen den A380 zu haben.

Trotz aller Probleme hielt EADS an dem Frachtprogramm fest. Die Frage einer Einstellung stelle sich nicht, sagte Anfang Dezember EADS-Co-Chef Tom Enders. In den nächsten 20 Jahren gebe es am Markt einen Bedarf von 500 Frachtmaschinen dieser Größenordnung.

Ungemach droht Airbus auch von der Fluggesellschaft Malaysia Airlines. Diese überprüft ihre Bestellung der Passagierversion des A380. Wegen der Lieferverzögerungen bei dem Prestigeprojekt kämen Schadenersatzzahlungen von Airbus ebenso wie eine Stornierung der sechs A380 in Frage, teilte Penerbangan Malaysia, die Muttergesellschaft der Fluggesellschaft, mit. "Es werden alle Möglichkeiten überprüft."

Erst am Donnerstag hatte der malaysische Verkehrsminister Chan Kong Choy am Airbus-Stammsitz in Toulouse erklärt, an der nach Listenpreis 1,8 Milliarden Dollar schweren Bestellung festzuhalten. Insgesamt hat Airbus für den A380 einschließlich der UPS-Order 166 Bestellungen von 15 Kunden.

Reuters Reuters

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