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Airbus: Tausende protestieren gegen Stellenabbau

Der Betriebsrat des Flugzeugherstellers Airbus befürchtet, dass bis zu 8000 Stellen des Unternehmens in Deutschland wegfallen könnten. Bei einem Aktionstag machten die Mitarbeiter gegen die Streichungen mobil.

Über 24.000 Menschen haben laut IG Metall an allen deutschen Airbus-Standorten gegen befürchtete Stellenstreichungen bei dem Flugzeugbauer protestiert. Führende Politiker beteiligten sich an den Kundgebungen und versprachen den Beschäftigten Unterstützung im Kampf um ihre Jobs. Die mit 12.000 Teilnehmern größte Veranstaltung fand vor der Hamburger Deutschland-Zentrale statt, wo Betriebsratschef Rüdiger Lütjen forderte, Veränderungen im Unternehmen dürften nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter umgesetzt werden.

Die IG Metall hält den Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bei Airbus und Zulieferern für möglich. "Wir befürchten, dass es darauf hinauslaufen könnte", sagte die IG Metall-Bezirksvorsitzende Jutta Blankau. Sie forderte von den deutschen Politiker "ein klares Signal" im Kampf um die Arbeitsplätze bei dem Flugzeugbauer. Seit Tagen mehren sich Berichte über massiven Stellenabbau und die Schließung ganzer Werke des Flugzeugherstellers, der wegen der Verzögerungen beim Großraumflugzeug A380 angeschlagen ist.

Laut Betriebsrat sind 5000 bis 8000 der insgesamt 23.000 Arbeitsplätze bei Airbus Deutschland gefährdet. Einzelheiten des Sanierungsplan mit dem Namen Power 8 sollen am 20. Februar bekannt werden. Im schwäbischen Laupheim bei Ulm protestierten mehrere hundert Airbus-Mitarbeiter. Betriebsratschef Stefan Hammer sagte, die Probleme bei dem Flugzeugbauer seien hausgemacht. "Schon während der ersten Anzeichen der Krise von Airbus hat sich das Management in einem Gerangel um Macht, Karriere und Geld befunden", kritisierte er. Ministerpräsident Günther Oettinger versprach, sich für den Erhalt der Arbeitsplätze einzusetzen. An dem Standort werden Teile der Kabinenausstattung für den Airbus produziert.

A380 in Hamburg laut von Beust nicht gefährdet

Der Hamburger Regierungschef Ole von Beust sagte, es gehe nun darum, "kämpferisch aber auch behutsam die deutschen Interessen zu vertreten." Hintergrund ist die Befürchtung, bei der kommenden Sanierung könnten die deutschen Werke stärker belastet werden als die in Frankreich. "Wir haben begründete Befürchtungen, dass die Restrukturierung bei Airbus zu massivem Arbeitsplatzverlusten und Benachteiligungen von deutschen Standorten und ihren Beschäftigten führen wird", sagte Betriebsratschef Lütjen. Der Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen betonte, der Senat des Landes stehe an der Seite der Beschäftigten. Die schwierige Situation sei durch Managementfehler entstanden. "Es darf nicht sein, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das ausbaden müssen", sagte er.

Bremen ist der zweitgrößte deutsche Airbus-Standort mit rund 3500 fest angestellten Mitarbeitern. Der Bau des Großraumflugzeuges Airbus A380 in Hamburg ist nach Informationen von Bürgermeister von Beust durch die Sanierungspläne des Unternehmens aber nicht gefährdet. Er habe bei Gesprächen mit Airbus-Managern nicht den Eindruck bekommen, "dass die Zusagen in Bezug auf den A380 zur Disposition stehen". Er reagierte damit auf Spekulationen, wonach im Zuge der Sanierung des Airbus-Konzerns der Bau des A380 auf den Hauptsitz Toulouse in Frankreich konzentriert werden könnte. Hamburg hatte den Ausbau des Hamburger Airbus-Werkes für die A380-Montage mit dreistelligen Millionenbeträgen gefördert.

AP / AP