Aktienkauf Porsche stockt VW-Beteiligung auf

Der Sportwagenbauer Porsche erhöht seinen Volkswagen-Anteil auf 31 Prozent und muss damit ein Übernahme-Angebot für den Wolfsburger Konzern abgeben. Dabei handele es sich um eine Formalie - denn eine Aktienmehrheit sei "nicht geplant".

Der Autohersteller Porsche will seine VW-Beteiligung weiter aufstocken und ein Pflichtangebot für Europas größten Autobauer vorlegen. "Der Aufsichtsrat der Porsche AG hat den Vorstand in einer außerordentlichen Sitzung ermächtigt, die Beteiligung an der Volkswagen AG von derzeit 27,3 Prozent auf bis zu 31 Prozent der Stammaktien zu erhöhen und damit ein Pflichtangebot für Volkswagen abzugeben"", teilte Porsche in Stuttgart mit. "Der Vorstand beabsichtigt, diese Ermächtigung kurzfristig auszunutzen."

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt strebt Porsche nach eigenen Angaben aber keine Übernahme von Europas größtem Autobauer Volkswagen an. "Wir zielen nicht auf eine Mehrheit", sagte ein Porsche-Sprecher. Meldungen, Porsche wolle Volkswagen übernehmen, bezeichnete er als "Fehlinterpretation". Porsche wolle bei VW lediglich die Beteiligungsschwelle von 30 Prozent überschreiten, um damit ein Pflichtangebot zur Übernahme auszulösen "und von dem Moment an jede Freiheit haben zu reagieren".

Porsche verfüge über eine jederzeit ausübbare Option zum Kauf von bis zu 3,7 Prozent der VW-Stammaktien. "Das Pflichtangebot wird nach Überschreitung der Stimmrechtsschwelle von 30 Prozent allen VW- Aktionären unterbreitet", heißt es weiter.

Wulff begrüßt Entwicklung

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) begrüßte die Pläne von Porsche. "Angesichts der weltweiten Herausforderungen ist es ein Segen, dass die Volkswagen AG mit der Porsche AG und dem Land Niedersachsen zwei verlässliche Partner hat", sagte Wulff der DPA. Diese Partner hätten eine gemeinsame Vision für VW im weltweiten Wettbewerb der großen Automobil- Unternehmen. Das Land Niedersachsen hält knapp 21 Prozent der VW- Aktien.

Porsche will im Rahmen des Pflichtangebots lediglich den gesetzlichen vorgeschriebenen Mindestpreis anbieten. "Dieser beläuft sich für die VW-Stammaktien voraussichtlich auf 100,92 Euro." Ein Aufschlag sei nicht angemessen, "da sich der Kurs der VW-Stammaktien seit Einstieg des Stuttgarter Sportwagenherstellers bereits mehr als verdoppelt und der der VW-Vorzugsaktien annähernd vervierfacht hat". Am Freitag war der Kurs angetrieben von Übernahmespekulationen um mehr als 6 Prozent auf 117,70 Euro nach oben gesprungen.

"Ferner soll eine Holding-Struktur errichtet werden, mit der in erster Linie die Trennung der operativen Geschäftstätigkeit von der Beteiligungsverwaltung angestrebt wird", teilte Porsche zudem mit. Vorgesehen sei die Ausgliederung des operativen Geschäfts der Porsche AG in eine 100prozentige Tochtergesellschaft. Diese Gesellschaft soll unter dem bisherigen Firmennamen Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG den bestehenden Geschäftsbetrieb des Sportwagenbauers weiterführen. Die dann als Holding agierende Gesellschaft soll zudem in eine europäische Aktiengesellschaft 'Societas Europaea (SE)' umgewandelt werden.

DPA DPA

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