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Aktienmarkt: Ölpreis-Rekord lässt Börsen einbrechen

Krisenstimmung an den Aktienmärkten: Ein weiterer Ölpreisrekord, enttäuschende Firmenzahlen und neue Sorgen über die Finanzbranche haben den Dow-Jones-Index in den USA auf den tiefsten Stand seit September 2006 gedrückt. Auch die deutsche und die japanische Börse rauschten ins Minus.

Schlechte Wirtschaftsnachrichten haben die Börsenkurse in aller Welt auf steile Talfahrt geschickt. Zuerst brach der New Yorker Aktienmarkt ein. Der Dow-Jones-Index für 30 führende Industriewerte verlor mehr als 350 Punkte und sank auf den niedrigsten Stand seit nahezu zwei Jahren. Alle führenden Indizes verloren um die drei Prozent.

Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Minus von etwas mehr als drei Prozent bei 11.453 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 3,3 Prozent auf 2.321 Zähler. Die Kurse zahlreicher Schwergewichte fielen auf langjährige Tiefststände.

Die negativen Vorgaben aus den USA, der hohe Ölpreis und ein starker Yen schickten am Freitag zuerst die japanischen Börsen auf Talfahrt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor zwei Prozent und fiel auf den Schlussstand von 13.544 Zähler. Zu den größten Verlierern gehörten exportorientierte Industriekonzerne und Finanzwerte.

Wie im weltweiten Finanzsystem üblich, konnten sich auch die Kurse in Deutschland nicht gegen den Trend stemmen. Am frühen Nachmittag hatte der Dax ein Prozent verloren und notierte bei 6386 Punkten.

Opec warnt vor weiterem Ölpreis-Anstieg

Für die schlechten Werte weltweit dürfte vor allem der Ölpreis verantwortlich sein, der um mehr als sechs Dollar auf über 141 Dollar pro Barrel nach oben schnellte. Dies wiederum lag an Bemerkungen des Opec-Präsidenten Chakib Khelil über einen möglichen Ölpreisanstieg auf 150 bis 170 Dollar noch in diesem Sommer.

Gazprom-Chef Alexej Miller warf der Opec unterdessen vor, ihren Einfluss auf den Ölpreis verloren zu haben. Die Preis für Öl und Gas würden auf ein "völlig neues Niveau" steigen, sagte der Chef des russischen Energiegiganten der "Financial Times". "In der letzten Zeit wurde keine einzige Entscheidung (bei der OPEC) getroffen, die den weltweiten Ölmarkt wirklich beeinflusst hätte."

Massiv auf die Stimmung drückte in den USA auch eine kritische Banken-Studie von Goldman Sachs. Für einige Häuser wie die Citigroup sind laut den Experten weit höhere neue Abschreibungen zu erwarten als bisher gedacht. Mit am heftigsten verlor daher die Citigroup-Aktie (minus 6,3 Prozent), fast alle anderen Branchentitel fielen ebenfalls deutlich.

Für Nackenschläge sorgten nicht zuletzt Spekulationen um finanzielle Sorgen beim Autobauer General Motors (minus 10,8 Prozent für die Aktie) und dem nicht börsennotierten Wettbewerber Chrysler. Auch hier belastete eine negative Studie den Sektor zusätzlich.

Reuters/DPA/AP / AP / DPA / Reuters