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Belgien: Aldi verkauft wegen Terrorgefahr ein Produkt nicht mehr

Terroristen kommunizieren häufig über Wegwerfhandys. Neue Anti-Terror-Gesetze in Belgien setzen genau hier an. Aus diesem Grund nimmt Aldi nun seine Prepaid-Karten aus dem Sortiment. 

Aldi nimmt Prepaid-Handys aus dem Sortiment

Aldi nimmt Prepaid-Handys in Belgien aus dem Sortiment

Bei Aldi bekommt man längst nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch mit den wöchentlichen Angeboten Technik, Handyverträge und Prepaid-Karten. In Belgien ist mit den günstigen Telefonkarten fürs Handy nun Schluss, der Discounter räumt sie in seinen belgischen Filialen aus den Regalen.

Hintergrund dieser Entscheidung sind neue Anti-Terror-Gesetze in Belgien. Künftig müssen Prepaid-Nutzer sich namentlich erfassen lassen. So will das Land die Nutzer aus der Anonymität holen. Denn die Guthabenkarten sind beliebt bei Kriminellen und Terroristen. Sie können SMS verschicken oder telefonieren, ohne dass ihr Name damit in Verbindung gebracht werden kann. Aldi begründet seinen Schritt damit, dass "wir bedauerlicherweise die verpflichtende Registrierung in unseren Aldi-Filialen nicht anbieten können." Also werden die Karten aus dem Sortiment gestrichen. Nur noch heute können die Karten im Handel erworben werden, ab Samstag sind sie dann aus dem Sortiment verschwunden. 

In Deutschland sind ebenfalls Anti-Terror-Gesetze beschlossen worden. Bislang muss man hierzulande Name, Anschrift und Geburtsdatum beim Kauf von Prepaid-Karten angeben. Doch geprüft wird dies nicht. Ein Fantasiename, ein beliebiges Geburtstdatum und irgendeine Adresse - und schon bekommt man die Guthabenkarte.

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Prepaidkarten in Deutschland

Doch genau das soll sich auch in Deutschland ändern. Ab Juli 2017 müssen Käufer einen Ausweis vorzeigen, um an die Karten zu kommen. "Es kann nicht sein, dass sich jemand ein Smartphone kauft, sich bei einem Telekommunikationsanbieter anmeldet und dann gegen ihn ermittelt werden kann, während derjenige, der sich ein Prepaid-Handy in der Drogerie kauft dazu beiträgt, dass gegen ihn nicht ermittelt werden kann", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière im Juni 2016 im Deutschen Bundestag, so die "Tagesschau". 

Aldi Süd will trotz schärferer Gesetz die Guthabenkarten nicht aus dem Sortiment nehmen. "Die Umsetzung dieses Gesetzes beschäftigt uns bereits seit einigen Monaten", so eine Sprecherin des Unternehmens zur "Tagesschau". 

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kg
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