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Versuchte Anstiftung zum Mord: Auftragskiller angeheuert? Stadtplan-Erbe Alexander Falk angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen Alexander Falk, Erbe des gleichnamigen Stadtplan-Unternehmens erhoben. Er soll in den versuchten Mord an einem Anwalt verwickelt sein.

Alexander Falk - Auftragskiller - Festnahme - Stadtplan-Erbe

Unternehmer Alexander Falk ist ins Visier der Staatsanwaltschaft Frankfurt geraten (Archivbild)

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Mit dem Namen Falk verbinden viele Menschen nostalgische Erinnerungen an die berühmten ausklappbaren Faltpläne. Doch der Millionenerbe des Unternehmens, Alexander Falk, macht zur Zeit ganz andere Schlagzeilen. Im September wurde der 49-Jährige in Hamburg festgenommen, weil er in den versuchten Mord an einem Anwalt verwickelt sein soll.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt übereinstimmenden Medienberichten zufolge gegen Falk Anklage wegen versuchter Anstiftung zum Mord und Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung erhoben. Falk sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Sollte die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Frankfurt die Anklage zulassen, käme es im kommenden Jahr zum Prozess.

Der Vorwurf gegen den Millionenerben und Unternehmer ist ungeheuerlich: Er soll im Jahr 2010 einen Mord an einem Frankfurter Wirtschaftsanwalt in Auftrag gegeben haben, der eine millionenschwere Zivilklage gegen ihn vorbereitete. Der bekannte Anwalt war damals vor seinem Haus angeschossen worden, überlebte den Angriff aber. Die Täter konnten nicht ermittelt werden, nun fiel der Verdacht auf Falk.

Falk saß bereits drei Jahre im Gefängnis

Laut "Handelsblatt" hat sich ein neuer Zeuge der Staatsanwaltschaft anvertraut. Zudem seien Tonbandaufnahmen aufgetaucht, in denen sich Falk wohlwollend über die Attacke geäußert habe. Alexander Falk bestreitet die Vorwürfe, wie seine Verteidiger der Süddeutschen Zeitung erklärten. "Unser Mandant bestreitet die Vorwürfe. Es ist nun unsere Aufgabe, das Gericht von seiner Unschuld zu überzeugen."

Falk hat bereits mehrere Jahre wegen versuchten Betrugs im Gefängnis gesessen. Nach dem Verkauf seiner Anteile an dem Stadtplan-Imperium im Jahr 1996, gründete er im New-Economy-Hype mehrere Unternehmen, darunter die Ision AG, die er Ende 2000 für 812 Millionen Euro an eine britische Firma verkaufte. Diese ging kurz darauf pleite und verklagte Falk wegen Bilanzfälschung und Betrugs. Das Amtsgericht Hamburg verurteilte ihn 2008 zu vier Jahren Haft, 2011 kam er vorzeitig wieder frei. Im Zivilprozess um den Ision-Verkauf wurde Falk zudem zur Zahlung von mehr als 200 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt.

Quellen: Süddeutsche Zeitung / Handelsblatt

bak