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PR-Gag oder Zukunftsvision? Amazon lässt sich fliegende Warenhäuser patentieren

Zeichnung eines Amazon-Patents auf fliegende Warenhäuser
Eine Art Zeppelin als Lagerhaus, Drohnen für den Transport: So stellt sich Amazon offenbar die Warenauslieferung der Zukunft vor
© United States Patent
Geht es nach Amazon, beliefern uns in Zukunft Drohnen, die sich aus riesigen schwebenden Lagerhäusern bedienen und zum Kunden herabsegeln - gänzlich computergesteuert. Klingt absurd? Der Konzern jedenfalls hat seine Idee patentiert.

Dass Amazon Bestellungen künftig auch mit Drohnen ausliefern will, ist schon länger bekannt. Erst kürzlich veröffentlichte der Onlineriese zudem ein Video, das die erste vollautomatische Zustellung mittels einer solchen Lieferdrohne dokumentiert. Glaubt man einem nun aufgetauchten und in den USA angemeldeten Patent, hat Amazon in Sachen Warentransport jedoch noch deutlich Größeres vor: fliegende Lagerhäuser, von denen aus Paketdrohnen zu den Kunden herabschweben.

Entdeckt hat die zunächst ziemlich durchgeknallt klingende Geschäftsidee Zoe Leavitt, eine Technologie-Journalistin aus New York. Sie habe "gerade den Todesstern des E-Commerce entdeckt", schrieb sie auf Twitter und hängte ihrem Post gleich eine Zeichnung der "airborne fulfillment center" (AFC) an, wie Amazon seine fliegende Warenhäuser im Zeppelin-Look selbst bezeichnet.

Normale Lieferungen und Einsatz bei Großevents

Diese Luftschiffe sollen dem Technologie-Portal "TechCrunch" zufolge über Lieferregionen mit großer Nachfrage in rund 14 Kilometer Höhe schweben, um so nicht mit Reiserouten von Passagierflugzeugen zu kollidieren. Die Warenlieferung selbst soll demnach durch kleinere Drohnen erfolgen, die auf dem Weg zum Kunden die Schwerkraft nutzen können, sprich im Sinkflug und möglicherweise mit kleinen Flügeln ausgestattet energiesparend herabsegeln.

Das fliegende Warenlager - laut Patentschrift gänzlich von Computern gesteuert - wiederum könnte durch kleinere Luftschiffe aufgefüllt und mit Energie versorgt werden, heißt es. Auch könnten diese Shuttles Arbeitskräfte zum AFC transportieren, die dort angekommen, die Drohnen dann mit den Bestellungen bestücken.

Neben derartigen Lieferungen hält Amazon zudem einen Einsatz seiner Luftschiffe bei Großveranstaltungen für denkbar. So könnten diese, beispielsweise bei einem Sportevent, nah an den Ort des Geschehens geflogen werden, von wo aus sie die Zuschauer mit Snacks oder Fan-Artikeln beliefern. Eine Idee, die angesichts der Größe der fliegenden Lager wohl auch für Sponsoren und Werbetreibende interessant sein dürfte.

Amazon schweigt zu seinen fliegenden Warenhäusern

Ob Amazon seine Geschäftsidee tatsächlich realisieren wird oder ob das Ganze nur als PR-Gag meint, ist bislang unklar. So finden sich im Patentantrag laut "TechCrunch" keinerlei Hinweise auf noch zu entwickelnde Technologien. Zum anderen hüllt sich Amazon zu seinen Plänen bislang in Schweigen. Ganz abgesehen von der Frage nach der Sicherheit. Zulassungsbehörden dürften sich zumindest schwer damit tun, möglicherweise tonnenschwer beladene Warenlager zu erlauben, die computergesteuert über Großstädten schweben.

mod

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