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Auffälliges Retourenverhalten: Amazon-Kunde sendet vier Artikel zurück - jetzt droht die Sperrung

Obwohl er jede Retour schriftlich begründete, droht einem Amazon-Kunden die Sperrung des Kontos. Der Fall zeigt, wie schnell man bei dem Onlineriesen in Ungnade fallen kann.

Amazon Paket

Wer Pakete an Amazon zurückschickt, kann schneller Ärger bekommen, als er denkt

Konto-Sperrungen von Amazon-Kunden, die zu viele Waren zurücksendeten, haben in den vergangenen Monaten immer wieder für Aufsehen gesorgt. Nun verunsichert ein neuer Fall die Nutzer. Das Portal Teltarif.de berichtet von einem Kunden, der schon nach wenigen Retouren drohende Mails von Amazon bekam - obwohl er sich sogar erklärte.

Der Kunde hat laut Teltarif im Jahr 2014 15 Artikel für rund 600 Euro bestellt und davon keinen zurückgesendet. 2015 waren es 19 Produkte für ebenfalls rund 600 Euro, von denen er vier retournierte. Im aktuellen Jahr steht er bislang ebenfalls bei 19 Artikeln und vier Retouren. Ist das schon zu viel?

Amazon bittet um Stellungnahme

Im Februar erhielt der Kunde eine erste Mail, in der Amazon feststellte, er habe "eine außergewöhnlich hohe Anzahl der bestellten Artikel wieder an uns zurückgesendet". Sollte Amazon dazu beitragen können, "das Einkaufserlebnis zu verbessern" freue man sich über Feedback. Der Kunde nahm daraufhin laut dem Bericht zu jedem zurückgesandten Artikel einzeln Stellung. Doch offenbar kam die Antwort bei Amazon nicht an.

Jedenfalls erhielt der Kunde kurz darauf eine weitere Mail, in der Amazon auf die weiterhin hohe Anzahl von Retouren hinweist.  "Leider haben Sie uns bisher nicht über die Gründe informiert", heißt es darin. Und weiter: "Bleibt Ihr derzeitiges Retourenverhalten so außergewöhnlich wie bisher, ohne dass Sie uns eine Begründung mitteilen, bitten wir Sie um Verständnis, dass wir uns das Recht vorbehalten, Ihr Amazon.de Konto zu schließen."

Über die daraus folgenden Konsequenzen wird der Kunde ausführlich aufgeklärt. Amazon schreibt, es würden alle Kundenkonten bei amazon.de, Amazon.co.uk, amazon.com, Amazon.co.jp, Amazon.fr, Amazon.it, Amazon.es, Amazon.ca und Amazon.cn sowie Konten bei Javari.de, Lovefilm und Audible.de geschlossen. Auch verkaufen können der Kunde nichts mehr über den Amazon Marketplace.

Außerdem werden alle Wunschlisten, Rezensionen, Kundenbilder etc. gelöscht. Kindle-Nutzer könnten weiterhin E-Books herunterladen und auf ihre Kindle-Bibliothek zugreifen, heißt es in dem Schreiben aus dem Teltarif zitiert. Bereits gekaufte Audible-Hörbücher könnten nach Kontoschließung jedoch nicht mehr heruntergeladen werden. Amazon hat sich zu dem Fall nicht geäußert.

Amazon-Urteil des Oberlandesgerichts

Kontosperrungen bei Amazon sind in den vergangenen Monaten immer wieder öffentlich geworden, das Thema ist sogar schon bis zum Oberlandesgericht vorgedrungen. Das OLG Köln entschied Ende Februar, dass Amazon seinen Kunden den Zugriff auf bereits erworbene digitale Inhalte nicht verwehren darf (Az: OLG Köln 6 U 90/15). Die Verbraucherzentrale NRW hatte gegen entsprechende Klauseln in den Nutzungsbedingungen des Portals geklagt.

Dagegen, dass man nicht mehr bei Amazon einkaufen darf, können Kunden dagegen nichts machen. Amazon darf wie jeder normale Händler frei entscheiden, wem es seine Produkte verkaufen will und wem nicht.

bak
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