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Arbeitskampf: Lufthansa-Personal setzt Streik fort

Trotz einer ersten Annäherung zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft Verdi müssen sich Reisende weiterhin auf Flugausfälle einstellen. Die Arbeitnehmervertreter haben ihre Beratungen zunächst vertagt. Im Lauf des Tages wollen sie erneut über den Tarifkonflikt sprechen, bis dahin gilt ein Sonderflugplan.

Passagiere der Lufthansa müssen weiter mit Flugausfällen rechnen. Die Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi vertagte am späten Donnerstagabend die Beratungen über die Sondierungsgespräche, zu denen sich beide Parteien zuvor erstmals wieder getroffen hatten. Die Gespräche sollen am Vormittag wieder aufgenommen werden. "Die Kollegen der Tarifkommission haben noch einen erheblichen Diskussionsbedarf", sagte Verdi-Verhandlungsführer Erhard Ott.

Am Donnerstag waren erstmals nach dem Abbruch der Verhandlungen vor drei Wochen Vertreter von Verdi und der Lufthansa wieder zusammengekommen, um eine Basis für neue Verhandlungen zu erkunden. "Lufthansa ist auf uns zugekommen, um informelle Gespräche aufzunehmen", sagte Verdi-Sprecher Harald Reutter. Als Voraussetzung für neue Verhandlungen hatte die Gewerkschaft verlangt, dass Lufthansa ein deutlich nachgebessertes Angebot signalisieren müsse.

Mitglieder der Tarifkommission berichteten am Abend, es werde ein Eckpunktepapier diskutiert, das bei den Sondierungsgesprächen erarbeitet worden war. Mehrere Mitglieder zeigten sich offen, das bisherige Ergebnis im Kern bereits als Tarifeinigung zu akzeptieren. Strittig sind vor allem die Höhe des Abschlusses und die Laufzeit: Verdi verlangt für 50.000 Beschäftigte in der Kabine und am Boden 9,8 Prozent mehr Geld. Das Unternehmen hatte zuletzt gestaffelt 6,7 Prozent mehr Lohn bei 21 Monaten Laufzeit und eine Einmalzahlung angeboten.

Lufthansa hat inzwischen einen Sonderflugplan erstellt, der einen deutlich reduzierten Flugbetrieb vorsieht. Danach fallen nach derzeitiger Planung bis einschließlich Montag täglich 128 Flüge aus, davon 28 auf der Langstrecke. Im Europaverkehr der Lufthansa AG entfallen damit zehn Prozent des Angebots. Gemessen am weltweiten Lufthansa-Angebot einschließlich der Regionaltöchter sind gut sechs Prozent betroffen. An den Arbeitskämpfen beteiligen sich laut Verdi täglich etwa 5000 Mitarbeiter.

DPA/Reuters / DPA / Reuters