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Arbeitslosigkeit: Der große Horror bleibt aus

Die Krise wird den Arbeitsmarkt Experten zufolge weniger hart treffen als bisher erwartet: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat seine Prognosen zur Arbeitslosigkeit deutlich gesenkt. Vor allem der Osten bleibe verschont.

Das überraschend frühe Ende der Rezession in Deutschland bremst den Anstieg der Arbeitslosigkeit. Im kommenden Jahr sei im Jahresschnitt mit 4,1 Millionen Arbeitslosen zu rechnen, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mit. Noch im Juni hatten die Forscher einen Anstieg auf knapp 4,5 Millionen vorhergesagt.

Auch im Winter nicht über fünf Millionen

Selbst in den für den Arbeitsmarkt ungünstigen Wintermonaten werde dabei die Zahl der Arbeitslosen nicht über die Fünf-Millionen-Grenze steigen. Für 2009 rechnen die Forscher jetzt mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl von 3,5 Millionen Menschen: 200.000 weniger als bisher vorausgesagt.

Die Talfahrt der Wirtschaft hat dem Bericht zufolge im zweiten Quartal 2009 ein Ende gefunden. Die Arbeitsmarktexperten gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um 5,5 Prozent schrumpft, 2010 aber wieder um 0,5 Prozent steigt.

Zu wenig Wachstum für Erhalt der Arbeitsplätze

Dennoch sprechen die Arbeitsmarktforscher von steigender Arbeitslosigkeit. Bisher hätten flexible Arbeitszeitregelungen und die Kurzarbeit den Arbeitsmarkt entlastet, heißt es in dem IAB-Bericht. Der für 2010 erwartete Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent reiche nicht aus, um alle derzeit erhaltenen Arbeitsplätze auch mittelfristig zu sichern.

Es sei daher davon auszugehen, dass es schon in diesem Winter verstärkt Entlassungen geben werde. Bei anziehender Konjunktur würden die Unternehmen dann zunächst ihre Kurzarbeit zurückfahren und Arbeitszeitkonten auffüllen, bevor sie neues Personal einstellten.

Osten bleibt vom Anstieg verschont

Positiv wirkt sich dagegen die zunehmende Zahl älterer Menschen auf den Arbeitsmarkt aus: Laut IAB-Prognose sinkt die Zahl der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Menschen im laufenden und im nächsten Jahr um insgesamt knapp 300.000 Menschen, davon mehr als zwei Drittel in Ostdeutschland. Zudem habe der Osten der Bundesrepublik einen anderen, weniger stark von der Krise betroffenen Branchenmix. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit werde deswegen in diesem Jahr ausschließlich auf Westdeutschland begrenzt bleiben.

AP/Reuters/DPA / AP / DPA / Reuters