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Autobauer: "Kenne keine Tabus": Audi-Chef will jede zehnte Führungskraft rausschmeißen

Der neue Audi-Chef Bram Schot plant ein drastisches Sparprogramm. Eine komplette Management-Ebene soll rausfliegen, der Fokus des Autobauers auf Elektroautos und China verstärkt werden.

Audi-Chef Bram Schot

Audi-Chef Bram Schot will durchgreifen

DPA

Der angeschlagene Autobauer Audi will sein Management straffen. "Wir haben heute zu viele Führungskräfte an Bord", sagte der neue Audi-Chef Bram Schot dem "Handelsblatt". "Eine Ebene - also rund zehn Prozent der Leitung - werden wir rausnehmen können", kündigte Schot an. "Klar ist: Unser Kostenniveau ist zu hoch." Mit dem Umbau soll die VW-Tochter einen Kulturwandel vollziehen: "Wir müssen jünger, dynamischer und weiblicher werden", forderte der Audi-Chef.

Auf die Frage, ob er allen 12.000 Entwicklern eine Jobgarantie geben könne, verwies Schot auf den bis 2025 vereinbarten Kündigungsschutz. "Tatsächlich werden wir in einigen Bereichen mehr Entwickler brauchen, da wir Technologien etwa für automatisiertes Fahren entwickeln. Und es wird Verschiebungen hin zu neuen Berufsbildern geben." 

Audi-Chef will Gewinne erhöhen

Schot will die Gewinne des Autobauers deutlich erhöhen. Mit Umsatzsteigerungen und Kostensenkungen soll das Betriebsergebnis von 2018 bis 2022 um insgesamt rund 15 Milliarden Euro wachsen, hatte das Unternehmen Ende Januar angekündigt. Das sind 5 Milliarden mehr als im laufenden Transformationsplan von Schots Vorgänger Rupert Stadler vorgesehen. 

Auf dem Weg dahin "kenne ich keine Tabus", sagt Schot im Handelsblatt-Interview. So soll auch ein Drittel der aktuell gebauten Motoren wegfallen, teure Nachtschichten im Stammwerk Ingolstadt will sich Audi ebenfalls sparen.

E-Autos und China

Wachsen will Audi auch durch eine schnellere Einführung von Elektroautos und ein verstärktes Engagement in China. "Wir müssen uns noch mehr um China kümmern, das ist mit Abstand unser wichtigster Markt", sagte Schot dem "Handelsblatt" weiter. Daher plant der Audi-Chef auch die Einführung eines neuen China-Vorstands. Das Ziel, dass bis 2025 jedes vierte verkaufte Auto ein Elektrofahrzeug sei, werde Audi voraussichtlich ein bis zwei Jahre früher erreichen, sagt Schot. 

bak / DPA
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