VG-Wort Pixel

Autobauer in der Krise Saab beantragt Gläubigerschutz


Der schwedische Autohersteller Saab hat nach anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten Gläubigerschutz beantragt. Nun hofft das Unternehmen mit einem Rekonstruktionsplan die Insolvenz abwenden zu können. Andere sind da skeptischer.

Der angeschlagene Autohersteller Saab hat Gläubigerschutz beantragt und will mit einem Zwangsverwalter das endgültige Aus abwenden. Wie das schwedische Unternehmen in Trollhättan nördlich von Göteborg mitteilte, sei ein entsprechender Antrag beim zuständigen Gericht Vänersborg eingereicht worden. Saab steckt seit Monaten in großen Schwierigkeiten.

Die Produktion liegt seit April weitgehend auf Eis, weil die Zulieferer auf offenen Rechnungen sitzen und keine Teile mehr schicken. Saab hat im ersten Halbjahr 224 Millionen Euro Verluste eingefahren und nur 13.000 Autos abgesetzt.

Hoffen auf den Restrukturierungsplan

Angesichts der "begrenzten finanziellen Ressourcen" sei eine "freiwillige Rekonstruktion" die beste Lösung, hieß es weiter. Der Restrukturierungsplan werde den Gläubigern innerhalb der nächsten drei Wochen vorgelegt. Man sei zuversichtlich, die Unterstützung der Gläubiger zu erhalten, erklärte die Muttergesellschaft Swedish Automobile. Schon einmal hatte Saab als zum Verkauf stehende Tochter des US-Konzerns General Motors 2009 Gläubigerschutz beantragt und wurde über Monate von einem vom Gericht eingesetzten Zwangsverwalter geführt.

Mit dem erneuten Antrag auf Gläubigerschutz kam Saab auch einem bevorstehenden Insolvenzantrag von Gewerkschaften zuvor, weil die vergangene Woche fälligen Löhne und Gehälter für August bisher nicht ausgezahlt werden konnten. Mit der Einsetzung eines Zwangsverwalters unter Gläubigerschutz tritt ein staatliches Garantiesystem für Löhne und Gehälter in Kraft.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer erklärte mit Blick auf den Saab-Antrag auf Gläubigerschutz: "Das war nur eine Frage der Zeit." Saab habe keine Zukunft und werde nun "abgewickelt", sagte der Fachmann von der Uni Duisburg-Essen. Saab spiele in einer Liga mit den großen Oberklasse-Herstellern BMW, Audi, Daimler oder auch Volvo. Diese hätten aber weitaus größere Stückzahlen, daher sei das Geschäft bei Saab "wirtschaftlich nicht darstellbar".

tkr/DPA/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker