Autobranche Schwächster Absatz seit der Wiedervereinigung


Es ist so gekommen wie Branchenkenner es vorhergesagt haben: Nach dem Ende der Abwrack-Prämiere ist die Nachfrage eingebrochen. Der Januar war für Autohändler der schwächste Monat seit der Wiedervereinigung. Hoffnung macht aber das Auslandsgeschäft.

Auf dem deutschen Automarkt werden die schlimmsten Erwartungen wahr: Im Januar ist die Zahl der Neuzulassungen mit rund 181.500 Stück auf den schwächsten Wert seit 20 Jahren eingebrochen. Das Ergebnis liegt noch etwa vier Prozent unter den schwachen Zahlen des Januar 2009 - also kurz bevor die Bundesregierung mit der Abwrackprämie für ein Strohfeuer auf dem Automarkt sorgte. Allerdings berichten die deutschen Hersteller nach Angaben des Branchenverbandes VDA vom Dienstag von mehr Bestellungen aus dem Ausland.

Der Autoabsatz in Deutschland hatte 2009 mit 3,8 Millionen Stück ein 17-Jahres-Hoch erreicht. Für 2010 rechnet die Branche mit einem Absatzrückgang von einer Million Stück. Nach dem Januar-Einbruch zeichnet sich die deutliche Abschwächung des Inlandsgeschäftes schon ab: Die Inlandsbestellungen blieben aufgrund des Wegfalls der Umweltprämie im Januar um 16 Prozent hinter dem Vorjahresvolumen. Außerdem werden immer noch Wagen ausgeliefert, die mit Hilfe der Abwrackprämie verkauft wurden. Dadurch sind die Neuzulassungszahlen nach oben verzerrt.

Verband hofft auf stabile Auslastung

Die Erholung der Auslandsnachfrage hat sich dagegen fortgesetzt und die Bestellungen lagen 38 Prozent über dem Januar 2009. Mit 264.500 Autos setzten die deutschen Hersteller 18 Prozent mehr Fahrzeuge im Ausland ab als vor einem Jahr. Dank der verbesserten Exporte wurden mit 362.700 Stück 17 Prozent mehr Fahrzeuge in Deutschland hergestellt. Verbandschef Matthias Wissmann sagte, dank des guten Starts könnte die Pkw-Produktion 2010 mindestens Vorjahresniveau erreichen.

Im Januar erholte sich der Anteil der Diesel-Fahrzeuge auf 40 Prozent nach 31 Prozent 2009. Das liegt daran, dass mit Hilfe der Abwrackprämie vor allem kleinere und privat genutzte Autos gekauft wurden. In dieser Klasse regiert der im Anschaffungspreis billigere Benzinmotor.

DPA/AFP DPA

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