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Bahn-Chef Grube zu Stuttgart 21: "Es ist nicht das am besten kalkulierte Bahnprojekt"

Er hätte nie behauptet, dass Stuttgart 21 ein gut kalkuliertes Projekt sei, behauptet Bahn-Chef Rüdiger Grube. Seit der Schlichtung sei er eher vom Gegenteil überzeugt. Doch die grundsätzliche Einstellung zu S 21 ändert er nicht.

Bahnchef Rüdiger Grube hält "Stuttgart 21" nicht für das "am besten kalkulierte Bahnprojekt"."Ich habe das niemals gesagt", betonte Grube am Montag in Leinfelden-Echterdingen nahe Stuttgart bei einer Bürger-Informationsveranstaltung. Das hätten andere Mitarbeiter der Bahn behauptet. "Heute bin ich da auch anderer Meinung", sagte der Bahnchef. Diese Erkenntnis habe er auch aus der Schlichtung gewonnen. Er halte das Projekt aber heute nach wie vor für richtig. Am 30. November hatte "Stuttgart 21"-Schlichter Heiner Geißler nach der rund sechswöchigen Schlichtung das Projekt befürwortet, allerdings Nachbesserungen und einen Stresstest zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit des Projektes empfohlen.

450 Bürger fragen einen Bahn-Chef

Grube diskutierte am Montagabend mit 450 Bürgern zu den Auswirkungen des Bahnprojektes auf die Filderkommunen. Die Anwohner wollen insbesondere wissen, wie angesichts des zu erwartenden höheren Zugaufkommens Lärm und Erschütterungen in ihrem Wohngebiet vermieden werden können. Auch sollte zugesichert werden, dass keine Güterzüge durch die Kommunen fahren. Gegenstand der Diskussion ist ebenfalls das noch fehlende Baurecht für den Streckenabschnitt Leinfelden-Flughafen-Messe. Bei "Stuttgart 21" wird der Hauptbahnhof für rund vier Milliarden Euro von einer Kopf- in eine unterirdische Durchgangsstation umgewandelt. Außerdem ist eine Anbindung des Flughafens an das Schnellbahnnetz geplant. Seit Monaten gibt es große Proteste gegen das Projekt.

swd/DAPD / dapd