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Tarifkonflikt: Bahn und EVG vertagen Gespräche - keine Streiks

Mit den Lokführern geht die Bahn in die Schlichtung, doch auch die Tarifgespräche mit der Eisenbahnergewerkschaft EVG stocken. In der Nacht wurden die Gespräche vertagt. Streiks drohen aber nicht.

Noch keine Eingung: Die Verhandlungsführer Ulrich Weber (Bahn) und Regina Rusch-Ziemba (EVG) nach einer langen Rede-Nacht

Noch keine Eingung: Die Verhandlungsführer Ulrich Weber (Bahn) und Regina Rusch-Ziemba (EVG) nach einer langen Rede-Nacht

Nach stundenlangen Gesprächen sind die abschließenden Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auf kommenden Mittwoch vertagt worden. Zwar seien "zu vielen Forderungen Ergebnisse erzielt" worden, hinsichtlich der Lohnforderungen bestehe aber noch Uneinigkeit, sagte eine Bahn-Sprecherin am frühen Morgen in Berlin. Daher sei "in beiderseitigem Einvernehmen" eine Vertagung der Verhandlungen beschlossen worden. Der Sprecherin zufolge hatte die Bahn bei der Verhandlungsrunde "ein weiter verbessertes Angebot" für Lohnerhöhungen vorgelegt.

Die Verhandlungsführer von Bahn und EVG waren am Donnerstagnachmittag zusammengekommen, um ihre Tarifverhandlungen für die 100.000 EVG-Mitglieder abzuschließen. Für den Fall eines Scheiterns hatte die EVG vorab mit Streiks gedroht - allerdings nicht während des anstehenden Pfingstwochenendes.

Anders als die Lokführergewerkschaft GDL hat die EVG in dieser Tarifrunde noch kein einziges Mal zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die beiden Gewerkschaften hatten sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können. Deshalb verhandeln beide für alle ihre Mitglieder und damit teilweise auch für dieselben Berufsgruppen. Die Deutsche Bahn will jedoch konkurrierende Regelungen innerhalb einer Berufsgruppe verhindern. Mit der GDL tritt der Konzern in der nächsten Woche in eine Schlichtung ein.

dho/DPA/Reuters/AFP / Reuters / DPA
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