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Spielzeughersteller Mattel in der Krise: Diese Frau soll das Barbie-Imperium retten

Mattels neue Chefin: Herrin über das Barbie-Imperium
Mit Margaret "Margo" Georgiadis steht bald wieder eine Frau an der Spitze des Barbie-Konzerns Mattel.
© picture alliance/BREUEL-BILD;Laura Cavanaugh/Getty Images
Der Barbie-Konzern Mattel ist angeschlagen, seit Jahren schmilzt der Umsatz. Ab dem 8. Februar soll Margaret "Margo" Georgiadis als neue Chefin das Unternehmen wieder flott machen. Keine leichte Aufgabe für die ehemalige Google-Managerin.

Auch Weihnachten war keine Hilfe. Das Fest der Liebe bedeutet für Spielwarenhersteller traditionell das große Geschäft - doch offenbar packten die Kinder in diesem Jahr weniger Spielzeug aus dem Hause Mattel aus. Umsatz und Gewinn ließen zu wünschen übrig beim Spielzeugriesen. In den letzten drei Monaten 2016 schrumpften die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um überraschend starke acht Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro).

Neue Chefin für Mattel

Nun soll Margaret Georgiadis oder "Margo", wie sie gerne genannt wird, das Unternehmen wieder flott machen. Ab dem 8. Februar übernimmt sie den Chefposten bei Mattel. Ihr Vorgänger hatte es an der Spitze des Konzerns nicht lange ausgehalten. Erst Anfang 2015 hatte Christopher Sinclair den die Aufgabe übernommen. Doch auch er konnte den Absturz des Unternehmens nicht abbremsen. Das soll nun Georgiadis schaffen. Keine leichte Aufgabe für die ehemalige US-Chefin von Google. Denn der Markt ist hart und umkämpft. Längst spielen die Kleinen nicht mehr nur mit Autos und Püppchen. Digitalisiertes Spielzeug boomt. Auf solche Schwierigkeiten wird der Branchenneuling Georgiadis eingehen müssen. "Kinder durch Spiel und Kreativität zu inspirieren, ist entscheidend für die frühe Entwicklung. Als Elternteil weiß ich das aus erster Hand und fühle mich geehrt, das Unternehmen in dieser aufregenden Zeit der Fokussierung zu unterstützen", so Georgiadis. 

Mattel steckt in der Krise

Seit Jahren bröckeln die Erlöse bei Mattel. Nachdem schon die Krisenjahre nach 2007 ihre Spuren hinterlassen hatten, schmilzt der Umsatz seit 2013 von Jahr zu Jahr. Im Jahr 2014 verdrängte Lego den einstmals größten Spielwarenhersteller Mattel von der Weltspitze. 2016 erwirtschaftete Mattel einen Umsatz von 5,5 Milliarden Doller, drei Jahre zuvor waren es noch rund 6,5 Milliarden Dollar gewesen.

Barbie ist Mattels Sorgenkind

Eines der Sorgenkinder ist die Barbie-Puppe. 2011 feierte das Modepüppchen ihren 50. Geburtstag. Ganze Generationen waren mit der langbeinigen Blondine groß geworden. Fast 200 verschiedene Berufe hatte Barbie schon. Sie hörte Walk-Man in den 80er Jahren, telefonierte Ende der 90er Jahre schon mit einem Handy - und bescherte dem Konzern über Jahrzehnte satte Umsätze. Mit Anfang 50 war es nun auch bei der Blondine Zeit für eine Generalüberholung. Denn das Geschäft mit dem blonden Püppchen war ins Stocken geraten. Seit knapp zwei Jahren gibt es Barbie nun in drei Ausführungen - in groß, kurvig und klein. Auch unterschiedliche Haar- und Augenfarben sind erhältlich, um der Puppe das starre Einheitsaussehen zu nehmen. Das kam anfangs gut an - doch Ende 2016 blieben mehr der neuen Barbies in den Spielzeuggeschäften stehen. 

Lego und Hasbro haben sich positioniert

Die Wettbewerber haben sich gut gerüstet. Mit Spielzeug rund um die Star-Wars-Saga kann Konkurrent Hasbro punkten. Und einen weiteren Trumpf hat Hasbro im Ärmel, denn das Unternehmen konnte Mattel die Disney-Prinzessinnen abknöpfen. Ein Umsatzbringer, der mit jedem neuen Film befeuert wird. Lego setzt auf Spielfilme und Trickserien mit den kleinen Plastikfiguren. Auf Barbies neue Chefin wartet keine leichte Aufgabe. Schon einmal verließ sie Google. 2011 ging sie, um das Tagesgeschäft des Rabattportals Groupon zu leiten. Nach fünf Monaten kehre sie zu Google zurück.


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