Börse Dax und Dow Jones verlieren stark


Die Börsen spielen verrückt: Obwohl die Europäische Zentralbank die Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte gesenkt hat, sind die Kurse an der Frankfurter Börse um sieben Prozent eingebrochen. Auch der Dow Jones ist stark gefallen - in den USA geht die Angst vor einer Rezession um.

Die andauernde Furcht der Anleger vor einer schweren Rezession hat die US-Börsen am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 4,9 Prozent im Minus bei 8696 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor fünf Prozent auf 905 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 4,3 Prozent auf 1608 Stellen.

Auch der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag deutlich ins Minus gerutscht - trotz der Leitzinssenkung der EZB. Der Dax brach um fast sieben Prozent auf 4813 Zähler ein. Der MDax fiel um fast sechs Prozent auf 5561 Punkte.

Marktstratege Roland Ziegler von BHF Capital Management zufolge haben die Anleger den EZB-Zinsentscheid und die starken Kursanstiege der vergangenen zwei Wochen für Gewinnmitnahmen genutzt.

Der Rat der Notenbank hatte am Donnerstagmittag entschieden, den Leitzins im Euro-Raum von 3,75 auf 3,25 Prozent zu verringern.

Experten rechnen mit weiterer Senkung

Nach Trichets Worten hatten die Währungshüter sogar eine noch stärkere Senkung um 0,75 Prozentpunkte in Betracht gezogen. Experten rechnen daher bereits im Dezember mit dem nächsten Schritt nach unten. Die Aussichten für die Wirtschaft seien düster, sagte Trichet: "Die Verschärfung und Ausweitung der Finanzmarktkrise wird höchstwahrscheinlich die Nachfrage weltweit und im Euro-Raum für eine lange Zeit dämpfen." Die Europäische Kommission erwartet für die europäische Wirtschaft im nächsten Jahr Stillstand. Angesichts der Finanzkrise hatte Brüssel vor wenigen Tagen seine Prognose für das Euro-Gebiet von bisher 1,5 auf 0,1 Prozent Wachstum zurückgenommen. Die EZB will ihre neuen Prognosen im Dezember vorlegen.

Die Titel von adidas verbilligten sich trotz erwartungsgemäßer Zahlen um zehn Prozent auf 62 Euro, da der Sportartikelhersteller seinen Ausblick für das kommende Jahr zurückgezogen hatte. Ebenfalls schwach präsentierten sich die Titel der Commerzbank mit minus zwölf Prozent auf 8,54 Euro. Laut einem Analysten belastet die Meldung vom Vortag, wonach die EU-Kommission Vorbehalte gegen die staatliche Kapitalspritze von 8,2 Milliarden Euro für das Finanzinstitut hat.

Der EuroSTOXX 50 schloss mit Abschlägen von 6,2 Prozent bei 2542 Zählern. Auch in Paris und London kam es zu deutlichen Kursverlusten. Der New Yorker Dow Jones lag zum Handelsschluss in Europa ebenfalls in der Verlustzone.

Auch die europäische Gemeinschaftswährung geriet unter Druck. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,27 Dollar fest.

DPA/Reuters DPA Reuters

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