Börsen Dax schließt auf Jahrestief


Der Deutsche Aktienindex hat auf einem neuen Jahrestiefstand geschlossen. Der Leitindex schloss bei nur noch 4519,70 Zählern. Nur ein guter Start der amerikanischen Börse verhinderte noch Schlimmeres. Zu den größten Verlierern zählte der Handelskonzern Metro.

Dank eines freundlichen Handelsstarts an den New Yorker Börsen hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag seine teils kräftigen Verluste im Tagesverlauf eingedämmt. Der Dax schloss mit minus 1,12 Prozent bei 4519,70 Zählern. Der MDAX fiel um 1,67 Prozent auf 5264,34 Punkte. Beim TecDAX gab es belastet vom Verkaufsdruck bei den schwer gewichteten Solarwerten deutliche Abschläge von 4,79 Prozent auf 505,56 Zähler.

Metro-Aktie bricht ein

Die Daimler-Aktie fiel nach einer erneut gesenkten Jahresprognose zeitweise auf ein Tief bei 21,95 Euro, erholte sich aber wieder etwas und gab zu Handelsschluss noch 1,26 Prozent auf 23,82 Euro ab. Die negativen Aussagen des Autobauers seien letztlich nicht überraschend gekommen, sagten Experten.

Aktien von Metro brachen am Dax-Ende um 12,35 Prozent auf 22,85 Euro ein. Negative Studien und ein Pressebericht belasteten die Aktien. Der "Financial Times Deutschland" zufolge verfinstern sich die Aussichten für den Handelskonzern. Siemens-Papiere verbilligten sich nach der Bilanzvorlage eines Konkurrenten um 7,17 Prozent auf 43,52 Euro. Händler verwiesen auf die teilweise schwachen Zahlen und einen vorsichtigen Ausblick des Schweizer Industriekonzerns ABB.

Bayer und Praktiker im Plus

Dagegen ging es für Anteilsscheine von Bayer um 3,48 Prozent auf 43,17 Euro hoch. Händlern zufolge sorgte ein Medizinjournal-Artikel über die positive Wirkung des Antikörpers Alemtuzumab gegen Multiple Sklerose für Unterstützung. Stützend wirke auch die Spekulation im "Bernecker Aktionärsbrief" aus, derzufolge Bayer ein Übernahmekandidat sei. Möglicher Interessent sei Pfizer.

Praktiker-Titel sprangen mit plus 16,18 Prozent auf 5,17 Euro an die MDAX-Spitze. Das Unternehmen setzte im dritten Quartal wegen der Schwäche im Deutschland-Geschäft zwar weniger um als im Vorjahr, doch fanden die Zahlen und die bestätigten Jahresprognosen positiven Anklang am Markt. Eine weitere Gewinnwarnung erreichte den Markt durch den Rüstungskonzern Rheinmetall. Die Aktie brach daraufhin um 11,79 Prozent auf 21,70 Euro ein.

Im TecDAX gerieten Q-Cells-Titel mit minus 13,21 Prozent auf 27,19 Euro stark unter Druck. Es gebe mehrere Faktoren, die den gesamten Solarsektor belasteten, sagten Händler. Offenbar lösten Umweltfonds Positionen auf und mit dem fallenden Ölpreis verlören die Aktien der Anbieter erneuerbarer Energien im Vergleich zu Ölwerten an Attraktivität, hieß es. Daher würden wohl Umschichtungen vorgenommen. Zudem wirkten bei Q-Cells wohl noch negative Meldungen der Vortage nach. Auch die anderen Solartitel verloren deutlich.

Der EuroStoxx 50 schloss mit einem moderaten Minus von 0,24 Prozent bei 2452,03 Zählern. In Paris und London verzeichneten die Leitindizes leichte Gewinne. Der New Yorker Dow-Jones-Index stieg zum Handelsschluss in Europa um mehr als zweieinhalb Prozent.

Der Rentenmarkt tendierte fest. Die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere sank auf 3,76 (Vortag: 3,82) Prozent. Der Rentenindex REX stieg um 0,24 Prozent auf 118,74 Punkte. Der Bund Future verlor 0,07 Prozent auf 116,75 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2810 (Mittwoch: 1,2843) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7806 (0,7786) Euro.


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