Spritkosten Benzinpreis fällt auf Jahrestief


Auf zur Tankstelle: Die Spritpreise sind auf dem niedrigsten Stand seit Jahresanfang - ein Liter Super kostet 1,22 Euro. Ursache ist die Entspannung an den Mineralölmärkten.

Die Preise für Benzin und Diesel sind am Montag vorübergehend auf ihren tiefsten Stand in diesem Jahr gefallen. Im bundesweiten Durchschnitt mussten die Autofahrer am Montag bis zum Nachmittag 1,21 Euro für einen Liter Superbenzin und 1,07 Euro für Diesel bezahlen, teilte der deutsche Marktführer Aral in Bochum mit. Damit wurden die bisherigen Tiefststände aus dem März dieses Jahres unterschritten. Am späten Nachmittag stiegen die Preise im Rahmen der regelmäßigen Preisbewegungen jedoch wieder um mehrere Cent an. Vor einem Jahr - nach dem Hurrikan Katrina - war Benzin um rund 20 Cent je Liter und Diesel etwa 10 Cent teurer.

Bisher keine Hurrikan-Probleme

Die Autofahrer profitieren damit von der Entspannung an den Mineralölmärkten. Seit seinem Höchststand von mehr als 78 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent im Juli hat der Preis für Rohöl um rund 15 Dollar nachgegeben. "Die von Spekulanten erwarteten Hurrikans im Süden der USA sind bislang ausgeblieben", sagte Karl-Heinz Schult-Bornemann von ExxonMobil in Hamburg.

Auch andere Signale werden von den Märkten als Zeichen für Entspannung gedeutet, etwa der abgeflaute Konflikt im Libanon. "Der jüngste Preisrückgang erklärt sich daraus, dass der Spekulation derzeit die Nahrung fehlt", schreibt der Hamburger Energie- Informationsdienst EID. Zudem habe die Internationale Energieagentur IEA eine Verlangsamung beim Wachstum des Ölverbrauchs vorhergesagt und die private Ölwirtschaft ihre Investitionen in die Förderung aufgestockt.

Starke Schwankungen werden bleiben

Ob sich die Autofahrer über dauerhaft niedrigere Preise freuen können und der seit sechs Jahren dauernde Anstieg ein vorläufige Ende gefunden hat, ist unter den Experten jedoch strittig. Einzelne Marktanalysten sagen unter bestimmten Voraussetzungen einen Rückgang auf 56 oder sogar 52 Dollar voraus, wie zum Beispiel die SEB. Andere verweisen darauf, dass der Ölpreis zum Ende des Sommers oft fällt, um dann im Winter wieder zu steigen. Weitgehend einig sind sich die Finanzmärkte und die Ölgesellschaften, dass weiterhin starke Schwankungen möglich sind und unvorhersehbare politische Krisen den Ölpreis schnell wieder nach oben treiben können.

DPA/AP AP DPA

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