BÖRSEN Die Börse auf Talfahrt


Die Aktienmärkte setzen die Talfahrt der vergangenen Woche fort: Der Nemax verzeichnet ein neues Rekordtief. Die T-Aktie fiel heute erstmals unter ihren Emissionskurs auf 14,16 Euro.

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der US-Konjunktur hat am Montag weltweit die Aktienkurse unter Druck gesetzt. Der Dax, der bereits in der vergangenen Woche rund 10 Prozent an Wert eingebüßte, erreichte das niedrigste Niveau seit Dezember 1998. Im Durchschnitt fielen die Kurse zeitweise um mehr als vier Prozent. Weiterhin besonders unter Druck: Die Deutsche Telekom. Die T-Aktie fiel unter ihren Emissionskurs auf ein Rekordtief von 14,16 Euro. Vom Kursrutsch ebenfalls betroffen: die Technologiewerte. Unter der Führung von SAP setzten sie ihren Abwärtstrend fort. Am Neuen Markt fielen die Kurse im Schnitt um mehr als fünf Prozent, so dass der Blue-Chip-Index Nemax50 mit 877 Punkten ein Rekordtief erreichte.

Angst vor einer weltweiten Rezession

Zunehmende Ängste vor einer von den USA angeführten weltweiten Rezession und damit einhergehende Gewinneinbrüche bei Unternehmen belasteten die Handelsplätze weltweit. In London verlor der FTSE-Index 3,3 Prozent, an der Pariser Börse büßte der CAC-40-Index 3,5 Prozent ein. Der Nikkei-Index hatte zuvor an der Tokioter Börse auf dem niedrigsten Stand seit 17 Jahren geschlossen. Bereits letzte Woche hatten die Märkte heftig auf schwächer ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten reagiert. Für den Dow-Jones-Index, der am Freitag mehr als zwei Prozent verloren hatte, und den Nasdaq-Index, der mehr als ein Prozent schwächer geschlossen hatte, signalisierten die US-Futures weitere Abschläge.

Dreh- und Angelpunkt: die US-Wirtschaft

Anleger warten nun auf die Zwischenberichte von Unternehmen zum Verlauf des dritten Quartals. Zudem werden die Quartalsergebnisse der Technologieunternehmen Oracle und Adobe Systems am Donnerstag mit Spannung erwartet. US-Konjunkturdaten, wie Produktionspreise, Industrieproduktion und Verbrauchervertrauen, die am Freitag bekannt gegeben werden, dürften weiteren Aufschluss über den Zustand der Wirtschaft in den USA liefern.

Händler verwiesen darauf, dass sich nun auch Fondsgesellschaften und Versicherungen angesichts der trüben Aussichten zunehmend von ihren Investments trennen würden. »Da werden wohl einige Fonds aufgelöst«, sagte ein Händler.

Ungebremster Fall: die T-Aktie

Am deutschen Markt fielen die Aktien der Deutschen Telekom beinahe fünf Jahre nach ihrem Börsengang unter ihren damaligen Ausgabepreis von 14,57 Euro. Die Titel gaben zeitweise mehr als fünf Prozent nach und markierten mit 14,16 Euro ein neues Rekordtief. Die Aktie wurde unter anderem durch das Gerücht belastet, nach dem die Mobilfunkdienstleister Mobilcom und E-Plus die Möglichkeit einer Fusion prüften. Durch eine solche Fusion würde ein ernster Konkurrent für die Telekom entstehen, hieß es.

Mit Kursverlusten von mehr als neun Prozent auf 53 Euro führten die Aktien des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP die Verlierliste im Dax an. An der Börse kursierende, von MLP aber dementierte Gerüchte über Unstimmigkeiten in der Bilanz hatten die Titel Händlern zufolge belastet. MLP bezeichnete die Spekulationen als »völligen Schwachsinn«. Nach Einschätzung einer Sprecherin gingen die Gerüchte vielmehr auf Aktivitäten kurzfristig orientierter Anleger zurück, die Interesse an einem niedrigen Aktienkurs hätten, um sich möglichst billig einzudecken.

Talfahrt der Technologiewerte

Ihre Talfahrt setzten auch die Technologiewerte fort. SAP fielen um mehr als sechs Prozent, Siemens gaben um knapp fünf Prozent nach, Epcos notierten um 3,9 Prozent schwächer.

Die im MDax gelisteten Aktien von FAG Kugelfischer waren am Montag vom Handel ausgesetzt. Der Wälzlagerhersteller und Autozulieferer INA-Holding Schaeffler KG hatte zuvor mitgeteilt, die Mehrheit an FAG Kugelfischer übernehmen zu wollen. Der MDax fiel bis zum Mittag um rund zwei Prozent auf 4206 Zähler.


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