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BÖRSENSKANDAL: US-Börsenaufsicht klagt gegen WorldCom

Die US-Börsenaufsicht hat bei einem Bundesgericht gegen WorldCom Klage wegen Betrugs eingereicht. Der Telefonkonzern hatte milliardenschwere Fehlbuchungen zugegeben.

Die New Yorker Börsenaufsicht SEC wird gegen das US-Telekommunikationsunternehmen WorldCom ein zivilgerichtliches Verfahren wegen Betrugs beantragen.

Klage soll auch Vernichtung wichtiger Dokumente verhindern

Der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens sei am Mittwoch bei einem Bundesgericht im Staate New York gestellt worden, sagte SEC-Chef Harvey Pitt in New York. Die SEC bemühe sich zudem um eine richterliche Anordnung, die es dem Unternehmen untersage, Vermögenswerte zu veräußern, Dokumente zu zerstören und die Gehälter ihrer hochrangigen Führungskräfte zu bezahlen.

Börse reagierte mit hohen Verlusten

WorldCom hatte am Vortag nach Börsenschluss milliardenschwere Fehlbuchungen in seinen Geschäftsbilanzen bekannt gegeben. Das Unternehmen ist der zweitgrößte Telekomanbieter in den USA. Vor wenigen Monaten führte ein Skandal um falsche Bilanzen des Energiekonzerns Enron zur größten Unternehmenspleite in den USA. Angesichts des neuerlichen Vertrauensverlustes in die Bilanzen börsennotierter Firmen riss der Fall WorldCom am Mittwoch weltweit vor allem Technologiewerte mit in die Tiefe.

Strengere Maßnahmen zur Überwachung der Buchführung

Pitt teilte außerdem mit, dass er eine Anordnung unterzeichnet habe, nach der die Chefs und Finanzchefs der größten US-Unternehmen in Zukunft alle Finanzberichte ihrer Firmen schriftlich abzeichnen müssten. Wegen der Fehlbuchungen hat WorldCom am Dienstag seinen Finanzchef Scott Sullivan entlassen.

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