HOME

Branchenbericht: Talfahrt der Börsenkurse geht weiter

Einbruch am Neuen Markt - Nemax50 sinkt um 13 Prozent auf Rekordtief . Auch heute ist der Kurssturz des Softwarehauses Intershop ein Mitauslöser.

Auch am Mittwoch haben die Aktienkurse am Neuen Markt ihre Talfahrt ungebremst fortgesetzt. Das Börsenbarometer Nemax50 sank im Tagesverlauf um mehr als 13 Prozent auf ein neues Rekordtief von 2.194 Punkten. Der Dax verlor nur leicht um 1,7 Prozent oder 108 Punkte und notierte am Nachmittag bei 6.181 Zählern. Als Grund nannten Bankanalysten die jüngsten Gewinnwarnungen des Softwarehauses Intershop und schlechte Kursvorgaben aus den USA. Zugleich warnten sie vor weiteren Verlusten und einer Verstetigung des gegenwärtigen Abwärtstrends.

Trotz seiner schweren Kursverluste plant Intershop keine Entlassungen in Ostdeutschland. Finanzvorstand Wilfried Beeck sagte im Nachrichtenradio MDR info, dass im Stammsitz im thüringischen Jena auch künftig Mitarbeiter eingestellt werden, weil das Geschäft in Europa gut laufe. Dafür soll jetzt in Asien und den USA geprüft werden, wo sich Kosten einsparen lassen.

Bereits am Dienstag hatte der Kurssturz der Intershop AG um 70 Prozent den gesamten Neuen Markt in Mitleidenschaft gezogen und dem einst stolzen Nemax50 den höchsten Tagesverlust seit seiner Einführung 1998 beschert. Die Börsentalfahrt des Softwarehauses setzte sich auch am Mittwoch fort: Der Kurs sackte abermals um fast 25 Prozent auf 7,40 Euro ab.

Gerhard Schwarz, Analyst bei der HypoVereinsbank, sprach von einem »Fehlstart in das Börsenjahr« und rechnet auch weiterhin mit einem schwierigen ersten Quartal 2001. Auch der Dax soll noch tendenziell leiden. Damit die Anleger endlich wieder einmal das Signal »Chance« bekommen, »müssten aber endlich einmal positive Zahlen der großen Firmen am Neuen Markt auf den Tisch und keine neuen Gewinnwarnungen.« Anlegern riet er zu großer Vorsicht am Neuen Markt. Der Kurs könne in den kommenden Woche durchaus unter die 2000-Marke stürzen.