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Insolvenz von 89 Filialen: Was wird jetzt aus den Burger-King-Mitarbeitern?

Burger-King-Franchisenehmer Yi-Ko ist insolvent. 3000 Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft, viele warten seit Wochen auf Geld. Und einige wissen nicht, wie sie über Weihnachten den Kühlschrank füllen.

Von Daniel Bakir

Seit November sind die 89 Yi-Ko-Filialen wegen unhaltbarer Zustände geschlossen

Seit November sind die 89 Yi-Ko-Filialen wegen unhaltbarer Zustände geschlossen

Noch Anfang der Woche hatten die Mitarbeiter Hoffnung geschöpft. Burger King und die Yi-Ko Holding schienen kurz vor einer Einigung über eine Wiedereröffnung der 89 geschlossenen Filialen. Sogar ein Gerichtsstreit wurde kurzfristig abgesagt, um die Verhandlungen nicht zu behindern. Am Mittwoch dann die überraschende Wende: Yi-Ko wird die Burger-King-Lizenz nicht zurückerhalten, stattdessen geht der Franchisenehmer in die Insolvenz. Was wird nun aus den 3000 Beschäftigten?

Nun versucht der vorläufige Insolvenzverwalter Marc Odebrecht die Arbeitsplätze zu retten. Erste Gespräche mit Burger King hat er bereits geführt. "Alles verlief konstruktiv, alle haben guten Willen bekundet", sagte ein Sprecher Odebrechts der Deutschen Presse-Agentur. An der Telefonrunde am Vorabend hätten neben dem Team von Odebrecht auch Berater und Verantwortliche von Burger King teilgenommen. Voraussichtlich bis zum Wochenende sei Odebrecht nun mit einer Bestandsaufnahme beschäftigt. Oberstes Ziel sei, die Filialen so schnell wie möglich wieder öffnen zu können, ein Termin dafür sei aber noch nicht absehbar.

"Probleme, den Kühlschrank voll zu machen"

Für die Beschäftigten ist die gescheiterte Einigung so kurz vor Weihnachten eine Katastrophe. "Viele waren guter Hoffnung, dass die Filialen schnell wieder aufmachen. Die Insolvenz bedeutet nun zunächst wieder mehr Unsicherheit", sagt Guido Zeitler von der Gewerkschaft NGG. Für viele geht es dabei nicht nur um ihre langfristige Zukunft, sondern auch schlicht darum, wie sie die nächsten Tage und Wochen überstehen. Zwei Drittel der Beschäftigten haben laut Zeitler ihr November-Gehalt nicht bekommen. "Viele haben Probleme, ihren Kühlschrank vor Weihnachten voll zu machen", sagte der Gewerkschafter dem stern.

Nun muss der Insolvenzverwalter den Lohn übernehmen. Sollte das Insolvenzverfahren eröffnet werden, sieht das Gesetz Insolvenzgeld in Höhe des letzten Lohns vor. Ob die Beschäftigten aber noch in diesem Jahr Geld sehen, sei ungewiss, sagt Zeitler.

Er hofft nun, dass Burger King dem Insolvenzverwalter alle Markenrechte schnell gewährt, sodass die Filialen vorläufig wieder öffnen können. Und dann? Dass die 89 Filialen en bloc von einem neuen Franchiser übernommen werden, ist unwahrscheinlich. Und ob sich für jede einzelne Filiale ein neuer Betreiber findet, ist äußerst ungewiss. "Man riskiert über das Insolvenzverfahren, dass nicht alle Arbeitsplätze erhalten bleiben", sagt Zeitler.