HOME

Burger King GmbH stellt Insolvenzantrag: 3000 Yi-Ko-Mitarbeiter müssen bangen

Der Skandal um Hygienemängel und Verstöße gegen das Arbeitsrecht bei dem Burger-King-Franchisenehmer Yi-Ko endet mit einem Insolvenzantrag. Mehr als 3000 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.

Der Briefkasten eines Privathauses in Stade deutet auf den Firmensitz von Yi-Ko hin

Der Briefkasten eines Privathauses in Stade deutet auf den Firmensitz von Yi-Ko hin

Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen Burger King und dem Franchisnehmer Yi-Ko hat die Betreibergesellschaft der geschlossenen Schnellrestaurants mit rund 3000 Beschäftigten einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Der Antrag der zu Yi-Ko gehörenden Burger King GmbH ging am Mittwoch beim Amtsgericht Stade ein. Das Unternehmen sei nach eigenen Angaben überschuldet, sagte der Direktor des Amtsgerichts, Willi Wirth. "Der zuständige Insolvenzrichter prüft den Antrag und wird unverzügliche eine Entscheidung zu den vorläufigen Maßnahmen treffen."

Die Fast-Food-Kette sieht nun den "Weg frei für einen kompletten Neuanfang", wie sie erklärte. Das Amtsgericht werde zunächst einen vorläufigen Insolvenzverwalter benennen, der umgehend seine Tätigkeit aufnehme und sich einen Überblick über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens verschaffe. Man werde "eng mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter zusammenarbeiten und versuchen, schnellstmöglich eine Lösung für die Wiedereröffnung der Restaurants und die Sicherung der Arbeitsplätze zu finden", hieß es.

Die von Yi-Ko beauftragten Anwälte bestätigten den Insolvenzantrag der Betreibergesellschaft der 89 geschlossenen Filialen. "Wir haben bis zuletzt intensiv verhandelt. Es ist sehr bedauerlich, dass die Parteien am Ende nicht zu einer wirtschaftlichen Einigung gefunden haben", erklärte die Kanzlei Graf von Westphalen. Die Fast-Food-Kette habe sich am Ende doch entschieden, an dem Lieferstopp für die betroffenen Restaurants festzuhalten. Die Kanzlei betonte, dass für die Yi-Ko Holding GmbH selbst kein Insolvenzantrag gestellt worden sei.

Yi-Ko-Gesellschafter Alexander Kolobov sei Burger King während der Verhandlungen in allen arbeitsrechtlichen Themen einschließlich der Tarifbindung für alle Restaurants entgegengekommen und auch zu erheblichen Investitionen bereit gewesen, hieß es. "Wir hoffen, dass die Belieferung der Restaurants unmittelbar nach der Bestellung des Insolvenzverwalters wieder aufgenommen wird, damit die Restaurants so schnell wie möglich wieder geöffnet werden können." Die Zahlung der Novembergehälter für die rund 3000 Beschäftigten sei im Insolvenzverfahren "jedenfalls gesichert", so die Kanzlei.

Einigung doch noch gescheitert

Zuvor hatte Burger King bekanntgegeben, dass die Verhandlungen mit Yi-Ko über eine Lösung für die 89 geschlossenen Schnellrestaurants gescheitert seien. "Wir bedauern - vor allem mit Blick auf die Mitarbeiter - dass die Verhandlungen bislang noch zu keinem Ergebnis geführt haben", erklärte ein Burger-King-Sprecher. Man werde weiter versuchen, eine Lösung für die rasche Wiedereröffnung der Restaurants und die Sicherung der rund 3000 Arbeitsplätze zu finden.

Burger King hatte seinem größten deutschen Franchisenehmer im November fristlos gekündigt und den Schritt auch mit Vertragsverstößen begründet. Zuvor hatte es Wirbel um Hygieneverstöße und schlechte Arbeitsbedingungen gegeben. Weil Burger King der Betreibergesellschaft die Nutzung von Marke und Firmenlogo verbieten ließ und die Filialen auch nicht mehr belieferte, mussten diese schon bald schließen. In den vergangenen Tagen hatte sich während eines Verhandlungsmarathons zeitweise eine Einigung abgezeichnet. So sagten die Parteien etwa eine ursprünglich für Montag angesetzte Gerichtsverhandlung ab.

In der Kürze der Zeit und mangels ausreichender Informationen sei es aber nicht möglich gewesen, "die potenziellen Risiken in der ehemaligen Yi-Ko abzuschätzen", so der Burger-King-Sprecher.

Alleineigentümer von Yi-Ko ist nach einem Gesellschafterwechsel der Russe Alexander Kolobov. Dem Vernehmen nach war bei den Verhandlungen im Gespräch, dass er seine Anteile verkauft und neue Investoren die Schnellrestaurants weiterführen.

ono/DPA / DPA