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Nach dem Aus der Yi-Ko-Filialen: Für Burger King gibt es zwei Wege aus der Krise

Ein Russe soll die geschlossenen Yi-Ko-Filialen und das angekratzte Image retten. Doch das ist nur der zweitbeste Lösungsweg. Burger King selbst hat zwei Möglichkeiten, um aus der Krise zu kommen.

Ein Kommentar von Katharina Grimm

Seit gestern bekannt wurde, dass der von Gewerkschaft, Konzernspitze und Mitarbeitern so verhasste Ergün Yildiz sich endlich aus dem Unternehmen Yi-Ko zurückziehe werde, keimt Hoffung auf. Denn aus dem Osten soll ein Retter kommen, ein Russe, der die Burger-Ketten-Krise beenden wird. Alexander Kolobow ist bereits jetzt der Heiland der Burger-Brater, der Messias der Fritten-Freunde. Die Angestellten der Yi-Ko-Filialen beginnen zu hoffen, dass ihr neuer Boss alles besser machen wird. Er wird sie zurück an den Grill führen. Sie glauben fest daran.

Aber so ist das eben mit dem Glauben: Hoffnung, gepaart mit Ausweglosigkeit, ist ein schlechter Berater. Statt auf die bislang unbekannten Fähigkeiten Kolobows zu vertrauen, hat Burger King es selbst in der Hand, für die Zukunft der Yi-Ko-Filialen zu sorgen.

Erste Möglichkeit: Burger King macht's selbst

Mit dem Verkauf der Filialen an Yi-Ko hatte sich Burger King komplett aus dem Betrieb eigener Restaurants zurückgezogen. Statt das unternehmerische Risiko zu tragen, setzte der Konzern auf das Geschäftsmodell der Lizenzeinnahmen. Um das Buger-King-Logo und den Namen nutzen zu können, werden bislang fünf Prozent des Umsatzes fällig. Für Werbung müssen weitere fünf Prozent gezahlt werden. Dadurch sprudeln bei Burger King die Einnahmen.

Aber das Konstrukt zeigt nun im Fall Yi-Ko deutliche Risse. Die Schwachstelle der Geschäftsführung wurde bislang offensichtlich übersehen: Was passiert, wenn der Franchisenehmer den guten Ruf der Marke schädigt? Schließlich ist das Image beim Franchising elementar.

Notwendiger Schritt für Burger King wäre nun, die 89 Filialen selbst zu führen - und das besonders vorbildlich. Mitarbeiterfreundlich. Auch wenn dies zu Lasten des Umsatzes geht. Der Imageschaden durch die Wallraff-Enthüllungen kann nur durch ein Eingreifen der Konzernspitze aufgefangen werden.

Aber vor dieser Möglichkeit scheint Burger King zurückzuschrecken. Denn es öffnet eine Hintertür: Läuft es künftig in anderen Franchisefilialen nicht besonders, würde schnell der Ruf nach Hilfe der Konzernmutter laut. Und: Burger King müsste sich wieder im operativen Geschäft einschalten. Das schmeckt den Investoren im Hintergrund, beispielsweise dem Finanzinvestor 3G, sicherlich nicht.

Zweite Möglichkeit: Die Filialen filetieren

Schon der Verband der Franchisebranche hatte kritisiert, dass rund 90 Filialen von einem einzigen Franchisenehmer geführt wurden. Missstände und Mitarbeiterausbeutung - bei Yi-Ko anscheinend Teil des Geschäftsmodells, konnten sich so breitflächig entfalten. 20 bis 25 Filialen sei noch machbar, so Torben Leif Brodersen, Chef des Deutschen Franchise-Verbands.

Aber wer sagt denn, dass die Filialen wieder aus einer Hand geführt werden müssen? Vielleicht könnte es ein Schlüssel zum Erfolg sein, die Restaurants auf verschiedene Franchisenehmer zu verteilen, die gute Arbeit im Burger-King-Kosmos geleistet haben?

Sicherlich, die Filialen hatten in der Vergangenheit, also vor Yi-Ko-Zeiten, Verluste geschrieben. Yildiz hat die defizitären Buden übernommen und wohl durch saftige Sparpolitik beim Personal und bei der Verwendung von Lebensmitteln versucht, die Restaurants profitabel zu machen. Damit ist er gescheitert. Aber es gibt andere Filialbetreiber, die ihre Restaurants erfolgreich führen können. Hier kann man nur hoffen, dass Burger King Augenmaß an den Tag legt - und ein glücklicheres Händchen bei der Vergabe der Filialen beweist, als bei Yildiz damals. Vor allem für die rund 3000 Mitarbeiter wäre das nur fair: Einen weiteren Chef, der nur auf erfolgreiche Finanzen zulasten der Angestellten und Kunden schielt, haben sie wirklich nicht verdient. Und die Kunden auch nicht.