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Nach Schließung von Filialen: Wie geht es weiter mit Burger King?

Kein Ende des Burger-King-Streits in Sicht und viele offene Fragen: Was wird aus den Beschäftigten? Was aus den Filialen? Kritiker werfen der Kette vor, zu spät auf die Missstände reagiert zu haben.

In den Filialen des Burger-King-Partners Yi-Ko gehen die Lichter aus. Wie es mit den Beschäftigten weitergeht, ist unklar.

In den Filialen des Burger-King-Partners Yi-Ko gehen die Lichter aus. Wie es mit den Beschäftigten weitergeht, ist unklar.

So etwas hat es in der deutschen Fast-Food-Branche noch nie gegeben: Gleich reihenweise sind in den Restaurants des gekündigten Burger-King-Franchisepartners Yi-Ko die Lichter ausgegangen. Wo sonst Kunden Schlange stehen und auf ihre "Whopper" mit Fritten und Cola warten, bleibt jetzt die Küche kalt - mitten in den Innenstädten von München, Augsburg oder Essen. Wie lange, weiß derzeit niemand, denn vorerst ist kein Ende in dem Schnellrestaurant-Streit um Hygienemängel und schlechte Arbeitsbedingungen in Sicht.

Hilft eine Insolvenz?

Die Leidtragenden sind vor allem die Beschäftigten. Keine Ware mehr von Burger King - keine Umsätze mehr für die Restaurants, heißt die einfache Rechnung. Deshalb müssen sie seit der Kündigung in der vergangenen Woche nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auch auf eine mögliche Insolvenz ihres Arbeitgebers gefasst sein. Der NGG käme das aber nicht einmal ungelegen. Ein Insolvenzverwalter könnte wieder Ordnung in die momentan chaotische Situation bringen und Lösungen angehen, sagt NGG-Experte Guido Zeitler. Und nicht zuletzt wären dann die Löhne und Gehälter der rund 3000 Beschäftigten zumindest vorerst übers Insolvenzgeld gesichert.

Trotzdem blieben auch in diesem Fall viele Fragen offen: Was wird beispielsweise aus den vielen Mietverträgen für die Restaurants? Und wäre jemand zu einem Einstieg im großen Stil in den umkämpften Markt bereit? Interessenten soll es zwar geben, aber wie schnell wird man sich einig? Ein Franchisenehmer mit gleich 89 Filialen gilt als absolute Ausnahme in der deutschen Systemgastronomie. Rasch einen neuen Partner zu finden, der an die Stelle von Yi-Ko träte, dürfte deshalb nicht so einfach sein. Eine Aufteilung der Filialen auf verschiedene Partner könnte sich aber ebenfalls komplex gestalten.

Die Folgen sind noch nicht abzusehen

Zumal das Marktumfeld schwieriger geworden ist: Fast-Food hat nicht nur mit der Kritik zu kämpfen, ungesunder Dickmacher zu sein, sondern in den vergangenen Jahren auch noch reichlich Konkurrenz bekommen: Pizza-Lieferdienste, Bäcker und Edel-Burgerketten wetteifern mit um die hungrigen Kunden und machen alteingesessenen Anbietern wie McDonald's und Burger King das Leben schwerer.

Obendrein sind die geschäftlichen Folgen des ganzen Wirbels noch schwer abzusehen. Der Deutschland-Chef von Burger King, Andreas Bork, sieht zwar keinen nachhaltigen Imageschaden: "Wir leben von der Reputation, das stimmt. Ich sehe aber nicht, dass unser Ruf zumindest mittel- und langfristig unter der Kündigung leidet", sagte der Manager der Zeitung "Die Welt". Schon nach ersten RTL-Recherchen im Frühjahr hatte Bork aber über Umsatzeinbußen geklagt - und neue Verkaufszahlen bleibt er jetzt erst einmal schuldig.

3000 Mitarbeiter schützen

Kritiker werfen ihm derweil auch vor, zu spät auf die Missstände bei Yi-Ko reagiert zu haben. Der Manager hält die 3000 Arbeitsplätze entgegen, die von Yi-Ko abhängen. "Und die wollten wir schützen", sagt er in dem Interview. Beim Bundesverband Systemgastronomie jedenfalls ist man heilfroh, dass die Burger-King-Zentrale nun die Notbremse gezogen hat. In den vergangenen Monaten habe sich bei anderen Franchise-Partnern von Burger King nämlich viel Frust aufgestaut, berichtet die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Systemgastronomie, Valerie Holsboer. "Wichtig ist, dass jetzt erstmal Ruhe und Normalität einkehrt." Holsboer wirbt zugleich um Vertrauen bei den Verbrauchern: Sie sollten differenzieren zwischen Versäumnissen eines Einzelnen und der großen Menge an ordentlich arbeitenden Burger-King-Partnern.

Christine Schultze/DPA / DPA