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Neue Hoffnung für Yi-Ko: Können die 89 Burger-King-Filialen bald wieder öffnen?

Überraschende Wende bei Burger King: Franchisenehmer Yi-Ko hofft nach einem Gesellschafterwechsel offenbar auf die Fortführung seiner Filialen. Die Kette hält an der Kündigung fest - "zunächst".

Der gekündigte Burger-King-Franchisenehmer Yi-Ko Holding musste die knapp 90 Filialen inzwischen dichtmachen

Der gekündigte Burger-King-Franchisenehmer Yi-Ko Holding musste die knapp 90 Filialen inzwischen dichtmachen

Kommt die Lösung im Burger-King-Konflikt nun schneller als gedacht? Für die Angestellten der Filialen des gekündigten Franchisenehmers Yi-Ko gibt es offenbar neue Hoffnung. Der umstrittene Mitgesellschafter Ergün Yildiz habe seine Geschäftsanteile an den russischen Unternehmer Alexander Kolobov abgetreten und ziehe sich vollständig aus dem Geschäft zurück, teilte die Kanzlei Graf von Westphalen, die Yi-Ko vertritt, mit. Damit entfalle einer "der wesentlichen Gründe, die zur Kündigung der Franchiseverträge geführt haben".

Kolobov habe sich bislang als "reiner Finanzinvestor" im Hintergrund gehalten und sich auf seine Unternehmen in Russland konzentriert, nun wolle er sich "persönlich" für die Wiedereröffnung der knapp 90 Burger-King-Filialen in Deutschland einsetzen, erklärte die Kanzlei. Er suche deshalb "direkte und intensive Gespräche" mit Burger King. Er wolle auch Gespräche mit der Gewerkschaft Nahrung, Genussmittel Gaststätten (NGG) führen.

Laut einem Magazinbericht verhandelt Kolobov bereits mit der Schnellrestaurant-Kette über eine Wiederöffnung seiner 89 Burgerbratereien. Er hoffe darauf, die geschlossenen Restaurants Ende der Woche wieder öffnen zu können, berichtet die "WirtschaftsWoche" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Burger King wollte Verhandlungen mit Kolobov auf Anfrage nicht bestätigen: "Die Änderung in der Eigentümerstruktur hat auf die Kündigung zunächst keine unmittelbare Auswirkung", teilte die Deutschland-Tochter mit.

Kunden sehen Imageschaden

Burger King sieht aber offenbar Yildiz als Verursacher der Probleme mit dem Franchisenehmer. Die Fast-Food-Kette hatte schon im Sommer seinen Rückzug als Geschäftsführer von Yi-Ko erzwungen, als Gesellschafter hatte er aber weiter Einfluss genommen. Immer wieder soll er sich unerlaubt ins Tagesgeschäft eingemischt haben. Das Unternehmen wirft ihm Verstöße gegen das Arbeitsrecht im Umgang mit Mitarbeitern und der Besetzung von Schichten vor.

Dass sich die Eigentümerstruktur der Yi-Ko-Holding verändert habe, stimme die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) "vorsichtig optimistisch", erklärte NGG-Medienreferent Jonas Bohl. "Der künftige Alleineigentümer muss jetzt gemeinsam mit Burger King Europe dafür sorgen, dass die Restaurants schnell wieder öffnen und muss darstellen, wie er sicherstellen will, dass in den betroffenen Restaurants eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen erfolgt." Burger King sei weiter in der Pflicht, für den Erhalt der 3000 Arbeitsplätze zu sorgen.

Ein RTL-Team um den Journalisten Günter Wallraff hatte im Frühjahr unter anderem über schwere Hygiene-Missstände in Filialen der Yi-Ko-Holding berichtet. Der Wirbel um Missstände und Filial-Schließungen bei Burger King dürfte dem Image der Fast-Food-Kette nach einer Umfrage im Auftrag des stern deutlich geschadet haben. 66 Prozent der Befragten glaubten, dass die Marke schon jetzt darunter gelitten habe, ergab die Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Forsa. In der wichtigsten Zielgruppe der Kette, nämlich den 14- bis 29-Jährigen, glaubten das sogar 75 Prozent, hieß es.

car/tob/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters