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Neue Bilder aus den Skandal-Filialen: So eklig war es wirklich bei Burger King

Wegen unhaltbarer Zustände hat Burger King 89 Filialen geschlossen. Undercover-Filmmaterial von RTL zeigt das wahre Ausmaß der Missstände. Vor allem die Hygiene ist gruselig.

Frische Etiketten statt frischer Ware: Die frischen Zutaten werden systematisch über ihre Haltbarkeit hinaus verwendet

Frische Etiketten statt frischer Ware: Die frischen Zutaten werden systematisch über ihre Haltbarkeit hinaus verwendet

Mittlerweile sind alle 89 Burger-King-Filialen, die von der Yi-Ko-Holding betrieben wurden, geschlossen. Der Konzern hatte seinem größten Franchisenehmer vergangene Woche die Verträge gekündigt. Als Grund nannte Burger King, dass wiederholt gegen Arbeitsverträge verstoßen wurde und dass der geschasste Yi-Ko-Chef Ergün Yildiz weiterhin im Tagesgeschäft die Fäden zog.

Offenbar waren die Missstände aber noch viel größer, als Burger King das zugeben mochte. Eine RTL-Reportage, die Montagabend ausgestrahlt wurde, zeigte das wahre Ausmaß der Zustände in den Filialen. Wie schon in der Reportage vom April, die den Burger-King-Skandal ins Rollen gebracht hatte, war das "Team Wallraff" wieder undercover unterwegs. Die unglaublichsten Missstände aus den dichtgemachten Filialen haben wir hier noch einmal zusammengefasst.

Die Schichtleiterin hat die neuen Haltbarkeitsetiketten bereits am Unterarm kleben. Kurz darauf pappt sie sie auf die abgelaufene Ware.

Die Schichtleiterin hat die neuen Haltbarkeitsetiketten bereits am Unterarm kleben. Kurz darauf pappt sie sie auf die abgelaufene Ware.

1. Lebensmittel umetikettiert

Bei frischen Lebensmitteln wie Salat und Tomaten zeigen Etiketten an, wie lange diese haltbar sind. Eine Undercover-Reporterin konnte in mehreren Filialen beobachten, wie die Etiketten einfach gefälscht wurden. Statt bis 14 Uhr war der Salat plötzlich noch bis 17 Uhr gut. Alles für den Fall, dass mal eine unangemeldete Kontrolle kommt.

2. Abgelaufene Brötchen verwendet

Auch bei den Brötchen für die Burger nahm man es in einigen Filialen nicht so genau. Obwohl das Haltbarkeitsdatum bereits seit drei Tagen abgelaufen war, sollte die eingeschleuste Reporterin die Brötchen noch verwenden. In einem anderen Fall wurden die abgelaufenen Brötchen einfach in Verpackungen mit dem richtigen Datum umsortiert.

3. Mangelnde Arbeitssicherheit

Die Arbeitsbedingungen in den Küchen sind zum Teil hanebüchen. Für Zwiebel- und Tomaten-Schneidegeräte fehlen die vorgeschriebenen Arbeitshandschuhe. In einer Filiale muss per Hand gespült werden, weil der defekte Geschirrspüler nicht ersetzt wurde.

4. Toilettenwasser tropft in die Küche

Überhaupt versucht die Yi-Ko offenbar selbst dringend notwendige Reparaturen hinauszuzögern. Als sich Mitarbeiter beschweren, dass das Abwasser aus einer Toilette in die Küche tropft, dauert es sechs Tage bis die Zentrale überhaupt antwortet. Wann das Problem endlich gelöst wurde, blieb offen.

Eine ehemalige Betriebsrätin im Gespräch mit Günter Wallraff

Eine ehemalige Betriebsrätin im Gespräch mit Günter Wallraff

5. Mitarbeiter werden vor Gericht gezerrt

Mitarbeitern werden nicht nur Wochenend- und Feiertagszuschläge, Urlaubsgeld sowie Bezahlung von Überstunden verweigert. Unliebsame Angestellte werden darüber hinaus auch noch vor Gericht gezerrt. So verklagte Yi-Ko etwa eine ehemalige Betriebsrätin, weil die angeblich vier Burger gestohlen haben soll.

bak