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Franchise-Verband zu Filial-Schließungen: "Durch Burger King erleiden wir keinen Schaden"

Burger King trennt sich wegen andauernder Kritik von seinem Franchisenehmer Yi-Ko. Der Franchise-Branchenverband macht sich aber keine Sorgen: Solche Zustände seien hausgemachte Probleme.

Bei Burger King werden in 89 Filialen wohl in den kommenden Tagen die Lichter ausgehen.

Bei Burger King werden in 89 Filialen wohl in den kommenden Tagen die Lichter ausgehen.

Der Deutsche Franchise Verband (DFV) sieht den Skandal bei der Fast-Food-Kette Burger King gelassen. "Wir machen uns keine Sorgen, dass der Ruf der Branche leidet", sagt DFV-Geschäfsführer Torben Brodersen dem stern. Franchise stehe nicht für billige Arbeitskräfte, miese Beschäftigungsverhältnisse oder schlampige Geschäftsführung. "Unsere Mitglieder halten ethische Standards ein", sagt Brodersen.

Beim Franchise sind Unternehmer selbst für den Erfolg ihrer Filiale verantwortlich. Sie kaufen die Lizenz vom Konzern und lassen sich mit Waren beliefern - wie sie ihr Unternehmen führen, bleibt ihnen überlassen. Auch über die Bezahlung des Personals etwa können sie selbst entscheiden. Gut 18 Prozent der Mitglieder im DFV sind im Gastronomiebereich tätig. Bekannte Franchise-Ketten sind McDonalds, KFC oder Subway.

Burger King lehnte Vermittlung ab

Das Problem: Burger King ist nicht mehr Mitgliedin dem Verband. Nach der Übernahme des Finanzinvestors 3G hatte die Fast-Food-Kette den Zusammenschluss verlassen. Dennoch hat Brodersen die Entwicklungen bei dem Ex-Mitglied beobachtet. "Anzeichen für die aktuelle Ausnahmesituationen sind schon vor Jahren aufgepoppt", sagt er. Mitarbeiter der Yi-Ko-Holdinghatten sich nicht nur an die Gewerkschaft NGG gewandt, sondern auch an den Dachverband. "Man bat uns immer wieder, vermittelnd aufzutreten", so Brodersen. Ein Mediationsverfahren, das zwischen Konzern und Mitarbeitern Unstimmigkeiten klären soll, wurde aber abgelehnt - allerdings von Burger King.

Ungesunde Unternehmensgröße

Den Verbandschef wundern die aktuellen Probleme nicht. Dass ein einzelner Franchisenehmer so viele Filialen betreiben würde, sei höchst untypisch für die Branche. "Ich kenne kein anderes Unternehmen, wo es so eine Größenordnung gibt", sagt Brodersen. Dies könnte einen Hinweis auf den Ursprung der Probleme bieten. "Franchise ist ein Geben und Nehmen zwischen dem Filialbetreiber und dem Konzern", so Brodersen. In dem Fall Yi-Ko hingegen sei das Prinzip ausgehebelt. "Die Größe hat dann schon eine Bedeutung", sagt Brodersen. Zwar würden auch Mitglieder in seinem Verband mehrere Filialen betreiben. Aber spätestens bei 25 Filialen sei Schluss. Nur so könne ein Unternehmer Fehlverhalten schnell erkennen und gegensteuern.

kg
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