HOME

Fast-Food-Firma in der Krise: Die fünf Probleme von Burger King

Die Ankündigung von Burger King, 89 Filialen zu schließen, ist ein Paukenschlag. Nun steht der größte Franchisenehmer in der Kritik. Trägt er die Schuld - und wie konnte es soweit kommen?

Angeschlagenes Image: Seit dem Frühjahr 2014 steht Burger King am Pranger. Nun trennt sich das Unternehmen vom größten Franchisenehmer in Deutschland.

Angeschlagenes Image: Seit dem Frühjahr 2014 steht Burger King am Pranger. Nun trennt sich das Unternehmen vom größten Franchisenehmer in Deutschland.

1. Die Ur-Katastrophe: Wallraff enthüllt

Der Skandal erschütterte den Burger-Brater im Frühjahr 2014. Der Enthüllungsjournalist Günther Wallraff hatte katastrophale Zustände bei Burger King durch eine Undercover-Recherche aufgedeckt. Konkret ging es um krasse Hygieneverstöße und miese Arbeitsbedingungen. Das Unternehmen musste sofort reagieren und zwei Filialen schließen. Schon damals konzentrierten sich die Vorwürfe auf Standorte des Franchisenehmers Yi-Ko-Holding, von dem nun 89 Filialen geschlossen werden sollen.

2. Die Geldgier: Übernahme durch Investor

Im September 2010 schlug der US-Finanzinvestor 3G zu und schluckte die Whopper-Firma für vier Milliarden Dollar. Hinter 3G stehen wohlhabende Brasilianer. Als erster Schritt wurde der Burger-Brater damals von der Börse genommen - und der Ausbau des Franchisemodells vorangetrieben. Denn dort steckte ein bis dahin noch nicht gehobener Schatz: Ohne eigenes unternehmerisches Risiko konnte die Burger-Kette expandieren und den Gewinn ausbauen. Inzwischen gehört keines der Restaurants mehr Burger King selbst, sie werden ausschließlich von Franchisenehmern betrieben. Die besseren Zahlen waren für den US-Konzern wichtig, denn es sollte schnell wieder an die Börse gehen. In Deutschland wurden die letzten Filialen auf einen Schlag verkauft: Im Mai 2013 übernahm Yi-Ko 91 Filialen im Paket.

3. Der Franchisenehmer: Yi-Ko schädigt die Marke

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat schon seit Jahren den Franchisenehmer im Visier. Denn die Beschwerden von Mitarbeitern in den von Yi-Ko geführten Filialen reißen nicht ab: Urlaubsgeld sei nicht gezahlt oder Mitarbeitern während einer Krankschreibung gekündigt worden. Auch Betriebsräte sollen immer wieder unter Druck gesetzt worden sein.

Dabei war Yi-Ko einst Retter. Die Filialen, die die Holding übernahm, schrieben einen Verlust von 5,87 Millionen Euro. Quasi über Nacht wurde der ehemalige Geschäftsführer Ergün Yildiz zum größten Franchisenehmer von Burger King in Deutschland. Jetzt steht seine Holding, aus deren operativer Geschäftsführung sich Yildiz offiziell zurückgezogen hat, am Pranger.

4. Die Marktmacht: Burger King, die ewige Nummer zwei

Egal, wie sehr sich Burger King auch anstrengt: Die Nummer eins im Segment, McDonalds, kann der Burger-Brater nicht einholen. Das zeigen schon die Jahresumsätze der Fast-Food-Ketten: McDonalds steht unangefochten an der Spitze mit einem jährlichen Ergebnis von 3,1 Milliarden Euro - allein in Deutschland. Dahinter folgt mit einigem Abstand Burger King mit einem Jahresumsatz von 800 Millionen Euro. In einem Vergleich des ZDF gab es Punktabzug bei Burger King, weil das Unternehmen die eigenen Mitarbeiter mies behandele. Allerdings stimmte die Qualität vom Fleisch bei beiden Burger-Buden. Die Blindverkostung zeigte jedoch: McDonalds liegt auch hier vorn.

5. Der Skandal: Rufschädigung mit Ansage

Der aktuelle Skandal könnte für Burger King abermals in diesem Jahr einen Einbruch der Geschäfte bedeuten. Bereits im Frühjahr zeigten sich die Kunden ungnädig. Bislang positioniert sich der Konzern selbst als Opfer geldgieriger und ethisch verantwortungsloser Franchisenehmer. Inwieweit aber auch Burger King selbst die Schuld an Mitarbeiterausbeutung und Ekel-Zuständen trifft, werden die kommenden Wochen zeigen. Für die 89 betroffenen Filialen wird die Zeit knapp: Die Vorräte sollen nur noch zwei bis drei Tage halten, sagte der Interimschef der Yi-Ko-Holding, Dieter Stummel.

kg