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Wallraff-Reportage: Burger King lässt Ekelvorwürfe von Hygieneteams prüfen

Burger King reagiert auf eine Reportage von Günther Wallraff. Der Konzern habe bereits die Schließung zweier Restaurants gemeldet, berichtet RTL. Welche das sein sollen, ist unklar.

Die Fastfood-Kette Burger King hat nach eigenen Angaben Konsequenzen aus einer Reportage, die der Enthüllungsjournalist Günther Wallraff für RTL recherchierte, gezogen. Demnach kontrollieren seit Freitagmorgen hauseigene "Spezialisten-Teams für Lebensmittelsicherheit und Arbeitsabläufe" gezielt die Filialen des Lizenznehmers Yi-Ko Holding. Diese Teams seien dazu befugt, Filialen zu schließen, falls gravierende Mängel festgestellt werden würden. Auf seiner Facebook-Seite übt sich das Unternehmen in Transparanez, wird von den Usern jedoch durchweg kritisch betrachtet und hat seit Freitag nicht mehr auf Nachfragen reagiert.

Zwei Schließungen, aber wo?

Laut "RTL.de" habe Burger King zwischenzeitlich auf der eigenen Homepage mitgeteilt, dass bereits am Freitag zwei Filialen, die durch die Yi-KoHolding betrieben werden, geschlossen worden seien. Eine entsprechende Mitteilung ist jedoch nicht mehr auf den Seiten des Unternehmens auffindbar. Burger King habe dem Sender auf Nachfrage auch nicht mitgeteilt, um welche beiden Standorte es sich genau handeln würde. RTL berichtet weiter, dass alle Rerstaurants, die mit versteckter Kamera gefilmt worden seien, bisher nicht von einer Schließung betroffen sind.

Rechtsstreit mit jedem fünfzehnten Mitarbeiter

Am vergangenen Montagabend wurde in der Sendung "Team Wallraff - Reporter Undercover" über schlechte Hygiene und Arbeitsbedingungen in den Restaurants des selbstständigen Lizenznehmers Yi-Ko Holding berichtet, der etwa 90 Burger-King-Restaurants betreibt. Ein verdeckt arbeitender Reporter hatte in der Sendung darüber berichtet, dass Lebensmittel, die nach internen Richtlinien nicht mehr verwendet werden durften, mit neuen Etiketten versehen und weiterverarbeitet wurden.

Das betroffene Unternehmen wird außerdem seit Monaten von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) wegen schlechter Arbeitsbedingungen kritisiert. Die NGG unterstützt zahlreiche Mitarbeiter in Arbeitsgerichtsprozessen. Der Unternehmer Ergün Yildiz, einer der beiden Leiter der Yi-Ko Holding, soll mit etwa jedem fünfzehnten seiner 3000 Mitarbeiter im Rechtsstreit liegen. Ein Sprecher der Gewerkschaft sagte gegenüber RTL, dass die Enthüllungen mittlerweile wirtschaftliche Konsequenzen für Burger King hätten.

ono/DPA / DPA