HOME

Nach Wallraff-Recherche: Burger-King-Chef erklärt, warum 89 Filialen schließen müssen

"Wir ziehen den Stecker": Im Streit mit dem Franchisenehmer Yi-Ko hat Burger King die Konsequenzen gezogen und den Vertrag gekündigt. Zu den genauen Gründen äußert sich jetzt der Deutschland-Chef.

Andreas Bork, Deutschland-Chef von Burger King, nimmt Stellung zur Kündigung des größten Franchisenehmers Yi-Ko-Holding

Andreas Bork, Deutschland-Chef von Burger King, nimmt Stellung zur Kündigung des größten Franchisenehmers Yi-Ko-Holding

Burger King hat seinem größten Franchisenehmer Yi-Ko gekündigt, und zur sofortigen Schließung der 89, von der Holding betriebenen, Filialen aufgefordert. Begonnen hatte der "Ekel-Skandal" mit einem Bericht der RTL-Sendung "Team Wallraff", in der über die Missstände und Hygienemängel bei dem Burger-King-Lizenznehmer berichtet wurde.

Anhaltende Missstände

Ob der Schritt zur jetzigen Schließung der Restaurants freiwillig ist, bleibt offen. RTL hatte sich nach der Veröffentlichung geäußert und behauptet die Kündigung beruhe auf weiteren Rechercheergebnissen zu Hygiene- und Arbeitsbedingungen bei Yi-Ko, mit denen man die Geschäftsführung von Burger King vor knapp einer Woche konfrontiert habe.

Auch der Deutschlandchef der Fastfood-Kette, Andreas Bork, hat sich jetzt in einem Video zu der fristlosen Kündigung des Franchiseunternehmens geäußert und stellt klar, dass Burger King selbst bereits im August feststellen musste, dass der umfangreiche Maßnahmenplan zur Beseitigung der Missstände nicht eingehalten wurde.

"Die schwierige Entscheidung ist notwendig gewesen, weil die Yi-Ko erneut gegen die vertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen für ihre 3000 Mitarbeiter verstoßen hat", so Bork. Zudem schädige die fortgesetzte Missachtung der Burger-King-Standards neben der Marke auch die Existenz der übrigen Franchiseunternehmen und die 25.000 übrigen Arbeitsplätze von Burger-King-Mitarbeitern in Deutschland.

"Und da das Unternehmen, die Rechte seiner Mitarbeiter respektiere und für faire Arbeitsbedingungen steht, darf die Yi-Ko nicht mehr Teil der Burger-King-Gemeinschaft bleiben."

Komme der Franchiseunternehmer den Forderungen nach Schließung nicht nach, werde man gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen sagte eine Burger-King-Sprecherin gegenüber "Focus Online".

Doch Yi-Ko will sich laut eines Vorabberichts des "Handelsblatts" gegen die Kündigung wehren. Sie habe die Holding "komplett überrascht", sagte Yi-Ko-Interimsgeschäftsführer Dieter Stummel. Damit die Restaurants vorerst weitermachen könnten, will die Holding eine einstweilige Verfügung vor Gericht erreichen.

stb