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60. Firmenjubiläum: Burger Kings traurigster Geburtstag

Vor 60 Jahren eröffnete Burger King seine erste Filiale. Heute ist der Burgerbrater ein Weltkonzern mit großen Problemen. Fünf Gründe, warum die Feier leider ausfällt.

Von Daniel Bakir

Happy Birthday, Burger King - und bleib gesund

Happy Birthday, Burger King - und bleib gesund

Die erste Burger-King-Filiale öffnete am 4. Dezember 1954 in Miami. Heute umfasst das Burgerimperium weltweit mehr als 13.000 Restaurants in 88 Ländern. Eine Erfolgsgeschichte, möchte man meinen. Doch ausgerechnet zum 60. Firmenjubiläum ist den Herren des Whopper nicht so richtig zum Feiern zumute. Stattdessen kämpft das Unternehmen an verschiedenen Fronten um Rendite und Reputation.

Vor allem in Deutschland brennt derzeit die Hütte. Nach dem Skandal um die Yi-Ko Holding sind 89 Filialen geschlossen. Ob und wann sie wieder öffnen, ist noch offen. "Es ist keine Feier geplant", sagt daher - wenig überraschend - ein Sprecher von Burger King Deutschland. Aber auch in der nordamerikanischen Heimat steht Burger King massiv in der Kritik. Statt 60 Geburtstagskerzen aufzustellen, haben wir fünf Gründe gesammelt, warum die große Geburtstagssause leider ausfällt.

1. Yi-Ko-Skandal in Deutschland

Undercover-Recherchen in Filialen des größten deutschen Franchisenehmers Yi-Ko förderten unhaltbare hygienische Zustände und skandalösen Umgang mit Beschäftigten zutage. Burger King ließ die 89 Yi-Ko-Filialen schließen. Die Zukunft der Restaurants und seiner 3000 Mitarbeiter ist immer noch nicht geklärt. Der Imageschaden ist gewaltig: Eine stern-Umfrage ergab, dass jeder dritte Burger-King-Kunde vorerst nicht mehr zu Burger King gehen will.

2. Steuerflucht nach Kanada

Für elf Milliarden Dollar schluckt Burger King gerade die kanadische Donut-Kette Tim Hortons. So weit, so gut. Für Empörung in den USA sorgt allerdings, dass Burger King im Zuge der Übernahme auch den Firmensitz ins Nachbarland verlegen will, um Steuern zu sparen. Ganz schön unpatriotisch.

3. Spielball von Heuschrecken

Wer soll hier eigentlich ein Jubiläum feiern? 60 Jahre klingt zwar nach Tradition und Beständigkeit. Burger King ist aber alles andere als ein Familienunternehmen. Die Besitzer wechselten im Laufe der Firmengeschichte munter durch. 2010 übernahm die brasilianische Investmentfirma 3G Capital. Zwei Jahre später beteiligte sich auch Karstadt-Investor Nicolas Berggruen.

4. Protest in den USA

Selbst in den USA, nicht gerade bekannt für Mitleid mit den Schwachen der Gesellschaft, gerieten die Hungerlöhne von Burger King und anderen Fastfoodketten zuletzt in die Kritik. Eine große Kampagne für höhere Stundenlöhne sorgte landesweit für Aufsehen.

5. Es schmeckt den Kunden nicht

Das Geschäft brummt nicht mehr so. Der Umsatz im dritten Quartal war mager, der Konzern schrieb rote Zahlen. Viele Kunden in Europa und Nordamerika bevorzugten gesünderes Fastfood, heißt es in einer Studie der Firma Transparency Market. In einer Umfrage des US-Magazins Consumer Reports zu den beliebtesten Burgerketten landete Burger King kürzlich auf dem 19. von 21 Plätzen.