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Karstadt-Investor verdient kräftig mit: Was macht Nicolas Berggruen bei Burger King?

Vordergründig ist der Schuldige im Burger-King-Skandal gefunden: Ergün Yildiz muss gehen. Die wirklich mächtigen Männer im Konzern halten sich im Hintergrund. Unter ihnen: Karstadt-Investor Berggruen.

Investieren, Kosten senken, Gewinne einfahren: Nicolas Berggruen hat über seine Investmentfirma Justice 1,4 Milliarden Dollar in Burger King gesteckt. Das Kapital vermehrt sich prächtig.

Investieren, Kosten senken, Gewinne einfahren: Nicolas Berggruen hat über seine Investmentfirma Justice 1,4 Milliarden Dollar in Burger King gesteckt. Das Kapital vermehrt sich prächtig.

Der Hauptschuldige im Burger-King-Skandal war leicht ausgemacht: Ergün Yildiz, der über seine Firma Yi-Ko Holding 89 Filialen in Deutschland betrieb, muss sich endgültig aus dem Geschäft zurückziehen. Das System Yildiz ist am Ende, jetzt soll alles besser werden. Aber ist das realistisch? Aktuell verhandelt Burger King mit Yildiz' Geschäftspartner Alexander Kolobow über die Wiedereröffnung der Filialen. Kolobow aber verantwortet das bisherige System mit. Und egal welchen Saubermann er sich mit ins Boot holt, das Grundproblem bleibt: Im Hintergrund sitzen Investoren, die aus dem Konzern so viele Gewinne quetschen wollen wie möglich.

Denn auch wenn Burger King nach großem amerikanischen Familien-Barbecue klingt: Der Konzern gehört knallharten Geschäftsleuten, denen herzlich egal ist, wer in ihrem Franchise-System für sie die Drecksarbeit erledigt. Seit 2010 ist Burger King im Besitz von 3G Capital, einer Investmentfirma, die für radikales Sparen berüchtigt ist.

Vor zweieinhalb Jahren kaufte sich dann ein Mann ein, der in Deutschland bereits in anderem Zusammenhang für großes Aufsehen gesorgt hat: Nicolas Berggruen, der einst als Karstadt-Retter gefeierte deutsch-amerikanische Investor, den viele wegen des letztlich doch eher halbherzige Engagements mittlerweile kritisch sehen. Für 1,4 Milliarden US-Dollar kaufte Berggruens Firma Justice Holdings den Herren von 3G Capital 29 Prozent der Burger-King-Anteile ab.

Auch Berggruen will die Kosten drücken

Justice bedeutet zwar Gerechtigkeit, aber natürlich ging es auch Berggruen allein um Effizienz. In einer Präsentation anlässlich des Einstiegs bei Burger King bejubelt Justice diverse Initiativen zur Reduzierung der Kosten. Zum Beispiel die erfolgreiche Senkung des "Headcount", also der Mitarbeiterzahl, um 40 Prozent.

Unter dem Punkt "internationale Initiativen" wird auch Deutschland erwähnt: "In process of refranchising" steht da. "Refranchising", das bedeutete in diesem Fall den Verkauf von 89 Filialen an Yi-Ko. In der Präsentation von Justice folgt dann eine lange Auflistung der Vorteile des Franchising. Man kann sie in einem Satz zusammenfassen: Lagere das unternehmerische Risiko aus und sorge für einen stetigen Geldfluss Richtung Zentrale.

Seit dem Einstieg hält sich Berggruen mit seiner Justice Holding dezent im Hintergrund. Er lässt lieber Leute wie Yildiz für sich arbeiten und Kosten senken. Und schaut zu, wie sich sein Geld vermehrt. Burger King hat heute einen Marktwert von neuneinhalb Milliarden Dollar.

Daniel Bakir