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Cargolifter: Käufer für Cargolifter?

Das US-Logistikunternehmen Universal Express plant angeblich eine Übernahme - teils per Aktientausch - des insolventen deutschen Luftschiffbauers.

Für Teile des insolventen Luftschiff-Entwicklers Cargolifter gibt es offenbar einen Käufer. Das kleine US-Logistikunternehmen Universal Express will die Kernbestandteile der Firma übernehmen, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Dienstag unter Berufung auf Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning. Die Eckpunkte sind auch schon vereinbart, hieß es weiter. Voraussetzungen sind dabei öffentliche Förderung und die Nutzungsrechte am Cargolifter-Standort in Brand bei Berlin für ein Logistikfrachtzentrum und den Luftschiffbau.

Kauf teils durch Aktientausch

Der Zeitung zufolge wird über einen Kaufpreis von 87,3 Millionen Dollar verhandelt, der teils über Aktientausch bezahlt würde. Sollten Gläubiger mit Forderungen von mehr als 100 Millionen Euro einem Verzicht zustimmen, könne Cargolifter sogar als Beteiligungsgesellschaft von Universal Express erhalten bleiben, hieß es in dem Bericht. Mönning selbst war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Nicht genug Investoren

Cargolifter, dass ein riesiges Luftschiff zum Transport von Schwerlasten bis zu 160 Tonnen entwickeln wollte, hatte im Juni 2002 Insolvenz angemeldet. Zuvor hatte das Unternehmen jahrelang erfolglos nach Investoren für seine Pläne gesucht. Über den Gang an die Börse hatte Cargolifter im Mai 2000 etwa 270 Millionen Euro eingenommen. Allein der Bau der weltgrößten Luftschiffhalle auf einem ehemaligen sowjetischen Militärflughafen hatte 78 Millionen Euro gekostet und war vom Land Brandenburg mit 40 Millionen Euro gefördert worden. Sowohl das Land als auch der Bund hatten weitere Beihilfen abgelehnt, nachdem das Unternehmen im vergangenen Sommer zahlungsunfähig wurde.