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Gyrokopter: Unterwegs mit der fliegenden Windmühle

Der Gyrokopter sieht aus wie eine Art Kreuzung aus Hubschrauber und Zweierbob. Er ist vergleichsweise billig. Und er landet punktgenau, notfalls auch auf dem Parkplatz vorm Aldi. Auch die Brandenburger Polizei testet ihn bereits. Ein Selbstversuch.

Von Roland Brockmann

Flugplatz Saarmund bei Berlin. Die Startpiste ist so holprig, die würde nicht mal der Schiedsrichter beim Fußballspiel der Kreisklasse freigeben. Der Tower besteht aus einem umfunktionierten Bauwagen. Es weht Wind mit 25 Knoten. Normale Hobbypiloten lassen ihre Maschine jetzt lieber im Hangar. Zu heftig die Böen. Nicht so für Gyrokopter. Sagt jedenfalls der Pilot, Thomas Flöther (50): "Der Wind geht durch den Gyrokopter einfach hindurch, weil er kaum Angriffsfläche bietet."

Sein Wort in Gottes Ohr, denke ich, während mein Blick das seltsame Fluggerät vor uns mustert. Es sieht aus wie ein Eisbob mit Propeller. Oder als hätte Daniel Düsentrieb es in Entenhausen entworfen. Weder Flugzeug noch Hubschrauber, er soll aber fliegen - und sicher wieder landen! "Letztlich ist es eine Windmühle", erklärt der Pilot die Funktionsweise des Zweisitzers. Sehr beruhigend. Und damit wollen wir gleich abheben.

Thomas Flöther reicht mir einen gefütterten Overall. Oben wird es kälter, und zwar pro Hundert Meter Flughöhe um ein Grad. Schließlich fliegen wir offen, ohne schützendes Chassis. Vorm Herausfallen schützen allein die Sicherheitsgurte. "Und nicht wundern, wenn ich oben mal den Motor abstelle", erklärt Thomas Flöther per Funk, während wir bereits losknattern, "der Gyrokopter fliegt auch ohne Motorkraft eine Weile weiter!"

Bevor ich mich wirklich wundern kann, sind wir bereits in der Luft. Schwupp, einfach so. Ohne Rütteln und Schütteln steigen wir auf. Und erst als ich mich über die dünne Kunststoffwand beuge und die Felder und Äcker Brandenburgs erblicke, die nur noch ein Mosaik bilden, wird mir klar, dass wir wirklich fliegen. Immer kleiner erscheint die Welt da unten, und immer weiter öffnet sich der Blick. Der Pilot streckt seine linken Arm aus: "Schau, da hinten, der Alex." Der Fernsehturm am Berliner Alexanderplatz liegt mindestens vierzig Kilometer entfernt, was für eine phantastische Sicht. Der Pilot neigt den Gyrokopter - "technisch gesehen wie beim Fahrrad" - in die Kurve: "Dahinten, die aufragende Halle: Tropical Island". Dort sollte früher der Cargolifter gebaut werden.

Wir stehen im Wind

Nahezu lautlos stehen wir jetzt auf 1500 Fuß Höhe im Wind. Tatsächlich, Flöther hat den Motor ausgeschaltet. Ohne dass wir sinken. Keine Tragflächen links und rechts für einen Gleitflug, kein Fallschirm an Bord. Wie kann das funktionieren?

Das Prinzip ist sehr einfach und wurde bereits 1923, also noch vor dem Helikopter, entwickelt. Eigentlich wundert man sich nur, wieso Gyrokopter, auch Tragschrauber genannt, erst seit drei Jahren in Deutschland zugelassen sind. Ein 115 PS starker Ottomotor treibt den Heckpropeller des Gyrokopter an. Das sorgt für den nötigen Vorwärtsschub. In der Startphase wird damit auch der zweiflügelige Rotor betrieben. Sobald genug Fahrt da ist, wird der aber ausgekuppelt und dreht sich allein durch Gegenwind. Daher das Prinzip "Windmühle". Ab etwa 300 Umdrehungen wirkt der Rotor wie eine Scheibe, die den Tragschrauber vom Sinken abhält. Dafür braucht es mindestens Wind mit 30 km/h, der auf die Flügel des Rotor trifft; die entstehen entweder als Fahrtwind oder, so wie jetzt, allein durch den normalen Wind. Der Helikopter fliegt, weil sich der Rotor dreht. Beim Gyrokopter dreht sich der Rotor, weil der Kopter fliegt.

Von der Stelle kommt man so aber natürlich nicht. Flöther schmeißt den Motor wieder an. Allein der Heckpropeller treibt den Tragschrauber vorwärts - mit bis zu 180 Stundenkilometern. Normale Reisegeschwindigkeit, so Flöther, sind 120 km/h.

Punktgenaue Landungen

Jetzt ist es 14 Uhr; theoretisch könnten wir noch vor Einbruch der Dunkelheit München erreichen; in der Nacht dürfen Gyrokopter nicht fliegen. Würde unser Treibstoff reichen? Das hängt stark von den Windverhältnissen ab: Mit genügend Rückenwind liegt die Reichweite bei 600 Kilometern. Nonstop Berlin - München wäre bei einem Verbrauch von 15 Liter Super auf hundert Kilometer schwierig. Aber man könnte ja unterwegs auftanken. "Ich kann den Gyro auf einer Fläche von zehn mal zehn Metern punktgenau aufsetzen", verspricht Pilot Flöther. Na ja, das reicht doch für den Parkplatz einer Tankstelle. Landungen außerhalb von Flughäfen sind allerdings nur in Notfällen erlaubt: Druck auf der Blase etwa oder plötzlicher Schwindel.

Ansonsten muss ein Flugplatz angesteuert werden. Etwa 300 davon gibt es in Deutschland. Praktisch steht einer Reise quer durch die Republik also nichts im Wege, oder auch ans Mittelmeer, immer der Sonne nach. Da ist es auch nicht so kalt. Ungeahnte Möglichkeiten tun sich auf: Besonders auf dem Land sind Start (mindestens 30 Meter "Anlaufstrecke") und Landung kein Problem, allein in urbanen Gebieten fehlt es dem Tragschrauber noch an Alltagstauglichkeit - es sei denn man würde die Hochhausdächer zu Mini-Startbahnen ausbauen. Staulos zur Arbeit, das wäre es doch. Und auf dem Heimweg noch schnell bei Aldi einkaufen.

Noch ist das Zukunftsmusik. Aber das war die Idee vom Fliegen früher auch. Als James Bond in "Man lebt nur zweimal" mit dem Tragschrauber "Little Nelly" 1966 feindlichen Kampfhubschraubern hinterher jagte, hätte sich niemand träumen lassen, dass so ein Gerät ab 50.000 Euro bald für jedermann zur Verfügung stehen würde. Der Pilotenschein dazu kann man bereits für 5000 Euro machen. Ein Hubschrauber kostet in Anschaffung und Betrieb das Zehnfache eines Tragschraubers. Und das macht den Gyrokopter auch für den professionellen Einsatz interessant. Seit Frühjahr dieses Jahres testet die Brandenburger Polizei seinen Einsatz (siehe Fotostrecke - noch nicht zur Verbrecherjagd, sondern zur Verkehrsüberwachung. Ihr Pilot: Thomas Flöther.

Da kann dann ja nichts schief gehen, als wir zur Landung ansetzen. Leider nicht auf dem Berliner Alexanderplatz, denn da wohne ich. Aber uns ist ja auch nicht schwindelig geworden; es lag also kein Notfall vor - ganz im Gegenteil: Es hat richtig Spaß gemacht.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.