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Citigroup-Chef: Millionen-Abfindung für den Banker

Vier Jahre lang führte Charles Prince die größte Bank der USA. Doch Verluste in Höhe von rund 17,5 Milliarden Dollar zwangen ihm zum Rücktritt. Der wird ihm versüßt: Mit Aktienoptionen, Pensionszahlungen und einer schwindelerregenden Abfindung.

Der scheidende Chef der größten US-Bank Citigroup, Charles Prince, bekommt eine Abschiedsprämie in Millionenhöhe. Über den tatsächlichen Wert der Abfindung gibt es widersprüchliche Angaben, sie reichen von etwa 40 Millionen Dollar bis zu rund 95 Millionen Dollar.

Prince erhält rund 30 Millionen Dollar an Aktienoptionen und Pensionszahlungen sowie eine Bonuszahlung, die nach dem gegenwärtigen Aktienkurs zwölf Millionen Dollar ausmacht, wie die Citigroup in einer Erklärung an die Börsenaufsicht in New York mitteilte.

Übergangsweise soll nun der bisherige Leiter des Europa-Geschäfts, Winfried Bischoff, als Konzernchef einspringen. Als Kandidat für den Posten als CEO soll Medienberichten zufolge auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im Gespräch sein.

Es geht noch besser

Noch besser als Prince erwischte es in der vergangenen Woche den Chef der Investmentbank Merrill Lynch. Das Unternehmen musste den größten Verlust der vergangenen 93 Jahre einräumen, der Vorstandsvorsitzende Stan O'Neal bekam nach seinem Rücktritt 161,5 Millionen Dollar zugesprochen.

Neben der Abfindung bekommt Prince bis Jahresende noch sein reguläres Gehalt gezahlt. Darüber hinaus stehen dem Ex-Chef ein Büro bei der Citigroup, ein Assistent sowie ein Wagen mit Fahrer zu. Auf diese Leistungen hat Prince fünf Jahre oder bis er einen neuen Vollzeitjob findet Anspruch.

Prince erklärte seinen Rücktritt am Sonntag, nachdem er eingeräumt hatte, dass die Citigroup im vierten Quartal in Folge der US-Hypothekenkrise weitere acht bis elf Milliarden Dollar abschreiben muss - zusätzlich zu den 6,5 Milliarden Dollar, die die Bank im dritten Quartal wertberichtigen musste. Der 57-Jährige gab nach vier Jahren an der Bankspitze seinen Posten als Vorstandschef und Chairman auf. Er übernahm persönlich die Verantwortung für die Probleme der Bank: "Wegen des Ausmaßes dieser Belastungen ist ein Rücktritt für mich als Chief Executive Officer der einzig ehrenhafte Schritt", erklärte er in einem Schreiben an die Mitarbeiter.

AP/Reuters / AP / Reuters
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