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Deutsche Flughäfen: Fluglotsen haben für Warnstreiks gestimmt

Mehrstündige Fluglotsen-Streiks an einzelnen Flughäfen könnten schon bald den Luftverkehr über Deutschland durcheinanderbringen. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen habe die zuständige Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen.

Ein Streik der deutschen Fluglotsen ist beschlossene Sache. Kaum ist der angekündigte Ausstand der Lufthansa- Piloten vom Tisch, entschied sich der Vorstand der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für einen Arbeitskampf bei der Deutschen Flugsicherung (DFS). "Der Beginn der Maßnahmen ist völlig offen", sagte GdF-Vorstandsmitglied Markus Siebers am Freitag der Finanz- Nachrichtenagentur dpa-AFX.

An diesem Wochenende blieben die Deutschen vom Streik jedoch voraussichtlich verschont. DFS-Sprecher Axel Raab bezeichnete einen Arbeitskampf als nicht gerechtfertigt.

Die Tarifkommission der Gewerkschaft hatte die Verhandlungen mit der Flugsicherung am Donnerstag für gescheitert erklärt. Der Bundesvorstand stimmte daraufhin am Abend für den Arbeitskampf. Es gehe um regionale und zeitlich begrenzte Arbeitskampfmaßnahmen, erklärte Siebers. Wo diese stattfinden, sei noch nicht entschieden. Ein Ausstand der Fluglotsen werde 24 Stunden vorher angekündigt. Eine Urabstimmung war für den Streikbeschluss nicht notwendig.

In dem Tarifkonflikt geht es nicht um Bezahlung, sondern um Arbeitszeiten. Der Flugsicherung zufolge fordert die Gewerkschaft kürzere Dienstzeiten selbst an solchen Arbeitsplätzen, an denen 13,5 Prozent weniger Verkehrsaufkommen zu bewältigen sei. Insgesamt sei das Verkehrsaufkommen zwischen 2008 und 2009 um 7,2 Prozent zurückgegangen, sagte DFS-Sprecher Raab. Die individuelle Arbeitszeit der Lotsen ist an die jeweilige Belastung gekoppelt. Die Gewerkschaft hat nach eigenen Angaben etwa 3200 Mitglieder.

Fluglotsen können den Großteil des Flugverkehrs über Deutschland lahmlegen. Der DFS zufolge müssen sie allerdings auch im Falle eines Streiks noch ein Viertel des normalen Verkehrsaufkommens in der betreffenden Region abarbeiten.

DPA/Reuters / DPA / Reuters