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Drohende Verdienstausfälle: Handwerker fürchten die Umweltzone

Umweltzonen mögen gut für die Umwelt sein - vielen Handwerkern hängen sie aber wie ein Damoklesschwert über dem Kopf: Wegen ihrer meist älteren Dieseltransporter droht bis zu 60 Prozent der Betriebe ein Fahrverbot im Zonenbereich. Jetzt soll die Politik Förderprogramme zur Nachrüstung bewilligen.

Viele Handwerksbetriebe sorgen sich vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl von innerstädtischen Umweltzonen um ihre wirtschaftliche Existenz. Je nach Ausgestaltung der Umweltzonen könnten als Folge in zwei bis drei Jahren die Transportfahrzeuge von bis zu 60 Prozent der Betriebe mit Fahrverboten belegt werden, warnte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, am Mittwoch in Düsseldorf.

Bisher keine Förderung

Kentzler forderte die Politik auf, den Handwerksbetrieben Förderprogramme zur teuren Nachrüstung ihrer Dieselfahrzeuge mit Rußpartikelfiltern anzubieten. Während es für Pkw eine entsprechende Förderung bereits gebe, seien typische Handwerkerfahrzeuge wie Transporter und leichte Laster bisher davon ausgenommen. Bei Lkw ab zwölf Tonnen werde zudem lediglich die Neuanschaffung schadstoffarmer Fahrzeuge bezuschusst.

Der ZDH wies darauf hin, dass viele Betriebe überwiegend ältere Transporter mit geringer Laufleistung im Bestand hätten. Wegen teurer Einbauten würden diese Fahrzeuge längerfristig genutzt. Es sei daher wirtschaftlich ungerechtfertigt, diese Transporter "aus dem Verkehr zu ziehen", zumal eine Nachrüstung mit Rußfiltern bei den meisten Fahrzeugen problemlos möglich sei, betonte Kentzler.

DDP / DDP