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Kampf gegen Feinstaub: Umweltzonen oft nur ein Alibi

In vielen deutschen Städten bestehen Umweltzonen offenbar nur auf dem Papier. Die Feinstaubgrenzen würden häufig nicht kontrolliert, monieren Umweltschützer - und wollen die Kommunen verklagen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Kritik an zahlreichen Städten mit Umweltzone geübt. So hätten rund zwei Drittel der Kommunen die Zone gegen Feinstaub zwar formell eingeführt, in der Praxis sei sie aber "nicht mehr als ein Alibi", sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch der "Westdeutschen Zeitung" vom Montag. Der Verkehr werde vielerorts kaum oder gar nicht kontrolliert, kritisierte er. Feinstaub gilt als gesundheitsgefährdend. In Städten mit Umweltzonen gelten Beschränkungen für Kraftfahrzeuge, um den Feinstaub unter bestimmten Grenzen zu halten.

In der Untersuchung der Umwelthilfe kommen dem Bericht zufolge vor allem die Länder Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg schlecht weg. "Bei manchen Städten wie Bonn und Köln grenzt das Kontrollverhalten an Totalverweigerung", sagte Resch der Zeitung.

Umwelthilfe kündigt Klagen an

Kritik gab es unter anderem am baden-württembergischen Tübingen: Dort werde "so gut wie gar nicht" kontrolliert, obwohl Oberbürgermeister Boris Palmer ein Grünen-Politiker sei. Gute Noten bekommen etwa Berlin, Bremen und Städte aus Hessen und Sachsen. Insgesamt analysierte die DUH den Verkehr in 55 Städten.

Die DUH kündigte Klagen gegen "zahlreiche Städte" an, um damit schärfere Kontrollen durchzusetzen. Viele Städte richteten die Zone zwar auf dem Papier ein, lebten sie aber nicht wirklich, kritisierte Resch in der "Westdeutschen Zeitung". Deshalb müsse der Druck weiter erhöht werden.

anb/AFP / AFP
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