Edeka und Plus Kartellamt gegen Discounter-Fusion


Die Discountkette Plus und die Edeka-Gruppe dürfen vorerst nicht fusionieren. Das hat das Bundeskartellamt entschieden. Der Grund: Nach der Fusion würde das Unternehmen "über eine überragende Marktstellung verfügen". Die endgültige Entscheidung falle nach Anhörung der Discounter.

Das Bundeskartellamt will der Übernahme der Discountkette Plus durch Edeka nach derzeitigem Stand der Ermittlungen einen Riegel vorschieben. Der Zusammenschluss würde Edeka den Wettbewerbshütern zufolge eine "überragende Marktstellung" verschaffen. Die Unternehmen haben nun bis zum 17. April Gelegenheit, Stellung zu den Bedenken des Kartellamts zu nehmen. Die Untersagungsfrist endet am 28. April.

Edeka würde nicht nur einen nach dem Vertriebskonzept engen Wettbewerber übernehmen, sondern auch die regionale und bundesweite Marktabdeckung deutlich ausbauen. Zudem hätten Edeka und der bisherige Plus-Eigentümer Tengelmann eine Kooperation beim Einkauf für ihr jeweiliges Supermarktgeschäft vereinbart, argumentiert die Behörde.

Der Zusammenschluss würde die ohnehin schon bestehende hohe Marktkonzentration beim Einkauf verschärfen und zu noch größeren Abhängigkeiten der Lieferanten führen, heißt es in Stellungnahme der Behörde. "Der Ausbau der Machtposition der Edeka auf den Beschaffungsmärkten würde auch ihre Marktstellung auf den Absatzmärkten weiter stärken, zumal Edeka die Standorte von der zu übernehmenden Plus weitestgehend auf das - wirtschaftlich erfolgreichere - Netto-Markendiscount-Konzept umstellen will. "Eine endgültige Entscheidung werde das Kartellamt nach Anhörung der Firmen fällen.

Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel entfielen derzeit 90 Prozent des inländischen Marktvolumens auf Edeka, die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland), Aldi, REWE, METRO und Tengelmann. Marktführer sei Edeka mit einem Anteil von 25 Prozent. Diese Position stellt nach Auffassung des Bundeskartellamtes auch bei regionaler Marktbetrachtung heute schon ein Flächenproblem dar, das sich durch den Zusammenschluss weiter verschärft.

DPA DPA

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