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Einnahmen durch Sponsoring: Darauf müssen Vereine achten

Anders als bei Spenden erbringen Vereine für Sponsoring eine Gegenleistung. Und: Die Einnahmen aus dem Sponsoringdeal müssen versteuert werden. Worauf Sie dabei achten sollten.

Von Ulrich Goetze

Beim Sponsoring erhält Ihr Verein von einem Unternehmen zur Unterstützung Ihrer Vereinsarbeit oder für die Durchführung einer Veranstaltung Geld oder Sachmittel. Das Unternehmen verspricht sich Vorteile durch Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit.

Im Gegensatz zu Spenden - die als solches steuerlich nur anerkannt werden, wenn sie ohne Gegenleistung ausschließlich zur Förderung der begünstigten Vereinszwecke gewährt werden - erwartet das Unternehmen beim Sponsoring eine Gegenleistung des Vereins.

Die steuerliche Einordnung von Sponsoring-Einnahmen beim Verein muss in jedem Einzelfall sorgfältig auf die steuerlichen Auswirkungen überprüft werden. Je nach Ausgestaltung können sich unliebsame Steuerbelastungen ergeben. Darüber hinaus unterliegen Sponsoringeinnahmen immer der Umsatzsteuer, sofern der Verein die Kleinunternehmergrenze von 17.500 Euro steuerpflichtiger Erlöse überschritten hat. Bei aller Freude über die Förderung der Vereinsaktivitäten durch den Sponsor sollten die Leistungen klar abgesprochen werden.

Ohne Buchhaltung geht es nicht

Auch Veranstaltungen und andere Aktivitäten von Untergliederungen des Vereins (also von Abteilungen, Mannschaften, Gruppen und anderen Vereinsmitgliedern) müssen in der Buchführung des Vereins korrekt und vollständig erfasst werden.

Der Sponsor kann seine Aufwendungen regelmäßig als Betriebsausgabe absetzen, wenn er einen wirtschaftlichen Vorteil für sein Unternehmen anstrebt. Dieser Vorteil kann in der Erhöhung oder Sicherung des Ansehens des Unternehmens oder auch in werbewirksamen Hinweisen auf die Produkte des Unternehmens liegen.

Allerdings darf zwischen dem Wert des Sponsorings und dem Wert der Leistungen des Vereins - beispielsweise Plakat- oder Trikotwerbung - kein krasses Missverhältnis bestehen.

Vereinssponsoring kann ertragssteuerfrei sein

Obwohl die Sponsoringaufwendungen des Unternehmens bei diesem als Betriebsausgabe den Gewinn mindern, kann der Vorteil beim Verein ertragsteuerfrei sein. Die Finanzverwaltung hat im Billigkeitswege zugelassen, dass in folgenden Fällen beim Verein eine steuerfreie Einnahme aus Vermögensverwaltung vorliegt:

• Der Verein gestattet dem Sponsor lediglich die Nutzung des Vereinsnamens in der Weise, dass der Sponsor selbst zu Werbezwecken auf seine finanzielle oder sachliche Unterstützung hinweist.
• Auf dem Briefbogen oder auf der Internetseite des Vereins ist das Logo des Sponsors abgebildet, jedoch ohne weitere Werbehinweise.
• Der Verein weist auf Plakaten oder Veranstaltungshinweisen auf die Unterstützung durch den Sponsor lediglich hin, indem das Logo des Sponsors ohne besondere Hervorhebung verwendet wird.

Achtung: Werbung ist steuerpflichtig

Die Sponsoringeinnahmen müssen vom Verein versteuert werden, wenn der Verein aktive Werbung für den Sponsor betreibt (wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb). Diese liegt vor bei Anzeigen mit Produktwerbung in der Clubzeitschrift oder bei Veranstaltungen des Vereins durch Werbung auf dem Vereinsgelände, auf Sportgeräten und am häufigsten durch Werbung auf der Vereinskleidung (bspw. Sporttrikots).

Umsatzsteuer wird auch beim Sponsoring fällig

Da die Erlöse aus dem Sponsoring im Rahmen eines Leistungsaustausches erzielt werden, sind die Einnahmen umsatzsteuerpflichtig. Erlöse in der Vermögensverwaltung unterliegen dem Umsatzsteuersatz von sieben Prozent, Erlöse im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb sind mit 19 Prozent der Umsatzsteuer zu unterwerfen. Zu beachten ist, dass der Verein im Rahmen des Sponsorings unternehmerisch handelt und er damit den gleichen Pflichten wie jeder Steuerpflichtige unterliegt. Der Verein muss ordnungsgemäße Rechnungen schreiben und die Einnahmen korrekt in der Buchführung erfassen.

Sachwerte statt Geld - darauf müssen Sie achten

Der häufigste Fehler beim Sponsoring ist die Nichterfassung von Einnahmen, wenn der Sponsor den Verein mit Sachwerten anstelle von Geld fördert. Das können sein:

• Getränken durch einen Getränkegroßhändler oder eine Brauerei,
• Sportkleidung durch einen Sportartikelhersteller,
• Trikots, bedruckt mit Werbung des Sponsors,
• Sachgegenständen örtlicher Firmen als Preise für die Tombola,
• einem Werbemobil durch eine Werbeagentur oder ein Kreditinstitut, jeweils verbunden mit Werbung für den Sponsor.

Der Verein erhält in diesen Fällen Vermögenswerte in Form von Sachwerten. Diese Vermögenszugänge müssen als Einnahmen erfasst werden. Sofern der Verein kein umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer ist, muss aus dem Wert der Sachzuwendung Umsatzsteuer berechnet und an das Finanzamt abgeführt werden.

Die Rechtsprechung hat geurteilt, dass bei Tausch und tauschähnlichen Umsätzen eine tatsächlich erhaltene Gegenleistung erbracht wird, die in Geld ausdrückbar ist.

Die Zurverfügungstellung des Gegenstands an den Verein ist eine Lieferung. Dies gilt auch dann, wenn beispielsweise das rechtliche Eigentum an einem Werbemobil erst bei Vertragsende auf den Verein übergeht. Weil während der Zeit der Nutzung der Verein das alleinige uneingeschränkte Verfügungsrecht hat, ist er im Sinne des Steuerrechts als wirtschaftlicher Eigentümer anzusehen.

Bemessungsgrundlage beim Tausch

Der Wert des überlassenen Wirtschaftsguts ist die Gegenleistung des Vereins für die Werbeleistungen.

Der begünstigte Verein erbringt vertragliche Werbeleistungen. Diese Leistungen sind vom Verein mit dem Wert des übertragenen Gegenstands zu bemessen. Der Sponsor und der Verein haben über die Umsätze grundsätzlich Rechnungen mit gesondert ausgewiesener Umsatzsteuer zu erteilen. Will der Sponsor die Umsatzsteuer nicht zusätzlich bezahlen, muss die Umsatzsteuer aus dem Bruttowert der Sachleistung herausgerechnet werden.

Beispielrechnung:

Wir berechnen für Werbung im Rahmen der Veranstaltung
2000,00 Euro
zzgl. 19 Prozent MwSt.
380,00 Euro

= 2380,00 Euro

abzgl. bereits in Form von Sachwerten erhalten
2000,00 Euro

Bitte überweisen Sie den Restbetrag von 380,00 Euro

Ertragsteuerlich kann der Verein auf Antrag den Gewinn pauschal mit 15 Prozent der Einnahmen versteuern, wenn die Werbung des Sponsors im Zusammenhang mit der steuerbegünstigten Tätigkeit des Vereins. Dieses gilt auch für die Werbeeinnahmen aus der Nutzung eines Werbemobils.

Verpachtung von Werberechten an eine Agentur

Der Verein kann die Werbemöglichkeiten an eine Agentur verpachten. Vertraglich wird vereinbart, dass nicht der Verein die Werbepartner aquiriert, sondern dass in einem festgelegten Umfang die Agentur sich um Sponsoren bemüht und das Recht erhält, mit den Unternehmen Werbeverträge abzuschließen.

Verpachtet werden können beispielsweise:

• das Recht zur Nutzung von Werbeflächen in vereinseigenen oder gemieteten Sportstätten (Bandenwerbung),
• die Lautsprecherwerbung,
• das Anzeigengeschäft in Festschriften und Vereinszeitschriften,
• die Werbung im Rahmen einer Sport- oder Kulturveranstaltung.

Die Verpachtung von Werberechten an eine Agentur ist beim Verein dem steuerlichen Bereich der Vermögensverwaltung zuzurechnen. Der Verein braucht Gewinn aus der Verpachtung nicht zu versteuern. Umsatzsteuerrechtlich werden die Pachteinnahmen mit 7 Prozent versteuert.

Von Ulrich Goetze