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Energie: Ölpreis auf neuem Rekordhoch

Kaum eine Woche vergeht, in dem der Ölpreis nicht einen neuen Höchststand erreicht. Jetzt hat er die nächste Marke geknackt: Das Barrel Rohöl kostete zeitweise 140,05 Dollar. Experten glauben, dass es noch weiter nach oben geht - und Libyen könnte seine Fördermenge reduzieren.

Die Ölpreise sind erstmals über die Marke von 140 Dollar gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI stieg in der Spitze bis auf 140,05 Dollar. Die vergangene Rekordmarke war vor gut einer Woche bei 139,89 Dollar erreicht worden. Öl der Nordseesorte Brent markierte ebenfalls einen Rekordstand bei 140,38 Dollar je Barrel.

Anschließend gingen die Preise jedoch wieder etwas zurück. Ein Barrel WTI wurde dann noch mit 139,59 Dollar gehandelt. Das waren 5,04 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel Brent lag bei 139,77 Dollar - 5,44 Dollar mehr als am Vortag.

Zuvor hatte Libyen erklärt, eine Reduzierung der Fördermenge als eine Möglichkeit zu prüfen. Dies sei als Reaktion auf die jüngsten US-Drohungen gegen die ölexportierenden Staaten denkbar, sagte der ranghohe Regierungsvertreter Schokri Ghanem der Nachrichtenagentur Reuters. Konkrete Pläne gebe es derzeit aber nicht. "Wir prüfen alle Optionen", sagte er lediglich und verwies darauf, dass die Förderländer vor den US-Einmischungsversuchen geschützt werden müssten.

Im amerikanischen Kongress kursiert derzeit eine Vorlage, wonach es dem Justizministerium erlaubt sein soll, Opec-Staaten zu verklagen. Das US-Präsidialamt hat aber ein Veto angekündigt.

Nach Einschätzung des Opec-Präsidenten Chakib Khelil dürfte der Ölpreis im Sommer auf 150 bis 170 Dollar je Barrel steigen. Zum Jahresende dürften die Preise aber wieder sinken, sagte der Präsident der Organisation erdölexportierender Länder dem französischen Fernsehsender "France 24".

Auf kurze Sicht dürfte der Ölpreis auf hohem Niveau weiter volatil bleiben, schreibt der Rohstoffexperte der Commerzbank, Eugen Weinberg. Der Streik der Angestellten bei Chevron in Nigeria, der nun in den dritten Tag geht, aber bislang noch nicht zu Produktionsausfällen geführt habe, halte die Spannung am Markt. Zudem ziehe auch die nahe Marke von 150 Dollar den Ölpreis noch nach oben.

Unterdessen gehen Händler davon aus, dass die Heizölpreise trotz einer leichten Entspannung am Markt bis Ende des Jahres nicht spürbar sinken werden. Neben einem relativ niedrigen Angebot an Öl drückten der traditionell hohe Spritverbrauch in den Sommermonaten und voraussichtlich von Herbst an die beginnende Heizsaison auf die Preise, sagte der Zweite Vorsitzende des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte, Bernd Schilly. Derzeit koste der Liter Super-Heizöl etwa 97 Cent. Im vergangenen halben Jahr sei der Heizölpreis um ein Viertel gestiegen.

Reuters/DPA / DPA / Reuters
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