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Energie: Saudi-Arabien wird im Kriegsfall mehr Öl fördern

Saudi-Arabien hat sich nach US-Angaben bereit erklärt, bei einer Unterbrechung der irakischen Ölproduktion im Kriegsfall seine Ölproduktion um 1,5 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) je Tag zu erhöhen.

"Sie (Saudi-Arabien) sind bereit, die Produktion zu erhöhen, wenn es zu einem Ausfall kommt", hieß es aus US-Kreisen am Mittwoch in Washington. US-Präsident George W. Bush hatte mit Krieg gegen Irak gedroht, sollte das Land der Forderung nach einer vollständigen Vernichtung von Massenvernichtungswaffen nicht bald nachkommen. Es wird damit gerechnet, dass die derzeitige irakische Ölförderung von 2,2 Millionen Barrel je Tag im Falle eines Irak-Krieges mindestens vorübergehend ausfallen wird.

Auch Opec will einspringen

Opec-Generalsekretär Alvaro Silva hatte bereits vorige Woche erklärt, die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) könnte eine Unterbrechung der irakischen Ölexporte im Falle eines Krieges durch höhere Lieferungen ausgleichen.

Letzte Erhöhung im Januar

Die Opec-Länder hatten sich erst im Januar auf eine Erhöhung der Fördermenge von zehn Mitgliedstaaten (ohne Irak) um 1,5 Millionen Barrel je Tag auf 24,5 Millionen Barrel je Tag beschlossen. Die Quote von Saudi-Arabien wurde dabei um 488.000 Barrel je Tag auf 7,9 Millionen Barrel je Tag angehoben.

Ölpreis auf Höchststand

Der Ölpreis ist am Mittwoch am US-Rohstoffmarkt im nachbörslichen Handel bis auf 38,14 Dollar und damit den höchsten Stand seit dem Golfkrieg 1991 geklettert. Händler begründeten dies mit dem unerwartet starken Rückgang der Ölvorräte in den USA bei anhaltender Unsicherheit um einen Krieg gegen Irak. Für ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im April wurden 75 Cent mehr als am Vortag und damit 33,07 Dollar bezahlt.