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Radikalumbau bei Stromkonzern: Eon verzichtet künftig auf Atom, Gas und Kohle

Der Stromgigant Eon baut sein Unternehmen um und will in Zukunft auf traditionelle Energieerzeugung verzichten. Grund seien die "drastischen Veränderungen der globalen Energiemärkte".

Der hoch verschuldete Energiekonzern Eon will sich zu dem angekündigten radikalen Umbau des Unternehmens an diesem Montag näher erklären. Für den Vormittag lud das Unternehmen zu einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz in Düsseldorf ein. Dabei werden genauere Angaben zu der Radikalkur erwartet. Am Vorabend hatte der Energieriese angekündigt, sich künftig auf Erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen konzentrieren zu wollen. Das frühere Hauptgeschäft mit Atom, Kohle und Gas wolle Eon hingegen abgeben.

Aufsichtsratsvorsitzender Werner Wenning sagte nach einer am Sonntagabend verbreiteten Mitteilung: "Die drastischen Veränderungen der globalen Energiemärkte, technische Innovationen und wachsende, individuellere Kundenerwartungen erfordern einen mutigen Neuanfang. Das bisherige breite Geschäftsmodell von Eon wird den neuen Herausforderungen nicht mehr gerecht. Deshalb wollen wir uns radikal neu aufstellen."

Keine Auswirkungen auf Arbeitsplätze

Die Grundlagen für die Börsennotierung des neuen Unternehmens sollen im kommenden Jahr geschaffen werden. Dafür werden unter anderem die Investitionen um 500 Millionen Euro auf 4,8 Milliarden Euro erhöht. Nach der Zustimmung der Hauptversammlung soll die Abspaltung dann im Geschäftsjahr 2016 durchgeführt werden.

Den verbleibenden Minderheitsanteil will Eon mittelfristig über die Börse abgeben. Auswirkungen auf die Arbeitsplätze sollen die Maßnahmen laut Mitteilung nicht haben.

Im laufenden Jahr reißt das bisherige Geschäft den Konzern tief in die roten Zahlen. Wertberichtigungen vor allem bei südeuropäischen Geschäften und Kraftwerken von 4,5 Milliarden Euro werden zu einem "erheblichen Konzernfehlbetrag im Geschäftsjahr 2014 führen", hieß es in der Mitteilung weiter. In den ersten drei Quartalen waren Abschreibungen in Höhe von rund 700 Millionen Euro aufgelaufen.

Schuldenberg von 31 Milliarden Euro

Eon schiebt einen Schuldenberg von 31 Milliarden Euro vor sich her. Daran ändert auch der Verkauf des gesamten Geschäfts in Spanien und Portugal an den australischen Investor Macquarie zu einem Unternehmenswert von 2,5 Milliarden Euro nur wenig. Neben dieser Veräußerung prüft Eon auch den Verkauf des Geschäfts in Italien. Zudem soll das Explorations- und Produktionsgeschäft in der Nordsee ebenfalls noch vor der Neuaufstellung überprüft werden.

Statt wie bisher davon 50 bis 60 Prozent an die Aktionäre auszuschütten, soll für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 eine feste Dividende von 50 Cent je Anteilschein an die Aktionäre fließen. Im vergangenen Jahr hatten die Anteilseigner 60 Cent je Papier erhalten.

mod/DPA / DPA