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Neustart Deutschland Industriebosse fordern: Schneller raus aus der Kohle!

Wie machen wir Deutschland zukunftsfähig? Es braucht Mut. Und Geld
Wie machen wir Deutschland zukunftsfähig? Es braucht Mut. Und Geld
© Plainpicture (2); Getty Images (2); Erik Mclean/Unsplash; Martin Widenka/Unsplash; Adobe Stock (8)
Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz fordert im stern einen "mutigen Wumms" beim Klimaschutz. Der CEO des Energiekonzerns EnBW, Frank Mastiaux, hält einen Kohle-Ausstieg bis 2030 für möglich. Die Politik sei zu zögerlich, sagen beide.

Deutschland mächtigste Wirtschaftslenkerin, Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz, fordert im stern-Interview, den Kampf gegen den Klimawandel massiv zu verstärken: "Wir müssen schneller raus aus der Kohleverstromung. Wir brauchen einen mutigen Wumms", sagt sie.

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Dabei verriet die Stahlmanagerin auch: "Ich bin seit 26 Jahren Greenpeace-Mitglied, seile mich allerdings nicht an Häusern ab und lande nicht mit Transparenten in Fußballstadien." Merz fordert die kommende Regierung dazu auf, alles zu tun, um die Wirtschaft auf dem Weg zur Klimaneutralität zu unterstützen: "Es nutzt nichts, in Hintertupfingen ein Windrädchen aufzustellen, während man im Ruhrgebiet die große Transformation verpasst." Thyssenkrupp selbst will bis spätestens 2050 Stahl nur noch CO2-neutral produzieren.

Frank Mastiaux, Chef des Energiekonzern EnBW, der selbst Kohlekraftwerke betreibt, sagt dem stern: "Wegen der strengeren Klimaschutzpolitik ist klar, dass Kohlekraftwerke nicht mehr bis 2038 laufen können." Deutschland könne bis 2030 aus der Kohle aussteigen. Voraussetzung sei der Ausbau von Gaskraftwerken, die hochfahren, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht bläst, und die später mit grünem Wasserstoff betrieben werden könnten. "Das ist recht einfach lösbar", so Mastiaux.  Außerdem fordert er, "den Ausbau der Erneuerbaren Energien deutlich zu beschleunigen, zum Beispiel durch weniger Verwaltung und mehr Digitalisierung im Genehmigungsprozess."  Heute dauere der Bau eines Windrads inklusive Genehmigungsverfahren 69 Monate.

Das vollständige Interview mit Martina Merz erscheint im Rahmen der achtteiligen Serie "Neustart Deutschland – das stern-Wahlprogramm", nachzulesen in der aktuellen Ausgabe des stern (33/2021). Im dazugehörigen Serienteil geht es um den Klimaschutz und den Umbau der deutschen Wirtschaft. Alle Beiträge der Serie finden Sie unter www.stern.de/neustart-deutschland.

tkr

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