Eon verkauft US-Tochter Goodbye, Amerika!


Um seine Schulden zu reduzieren, hat sich der deutsche Energiekonzern Eon von seinem US-Strom- und Gasgeschäft getrennt. Für einen Kaufpreis von umgerechnet 5,6 Milliarden Euro ging die Sparte an den bisherigen Konkurrenten PPl.

Zum Schuldenabbau verkauft der größte deutsche Energiekonzern Eon den Großteil seiner Aktivitäten in den USA. Für 7,6 Milliarden Dollar (rund 5,7 Mrd Euro) gibt Eon sein herkömmliches Strom- und Gasgeschäft in den Vereinigten Staaten an den Konkurrenten PPL ab. Das teilte der scheidende Konzernchef Wulf Bernotat am Donnerstag mit. An seinem vorletzten Arbeitstag konnte er damit einen großen Schritt beim Abbau der Schulden vermelden, die sich durch den Verkauf von Eon US um 6 Milliarden Euro verringerten. Das Milliardengeschäft bedeutet aber keinen Komplettrückzug aus dem riesigen US-Energiemarkt: Eon will die Stromerzeugung aus Windkraft und aus Sonnenenergie ausbauen, die bereits getrennt geführt wird.

Eon saß Ende 2009 auf einem Schuldenberg von 44,6 Milliarden Euro. Er hatte sich durch große Zukäufe seit 2006 mehr als verdoppelt. Mit dem Verkauf von Eon US sei das Ziel, bis Ende 2010 mindestens 10 Milliarden Euro aus der Abgabe von Beteiligungen zu erzielen, bereits jetzt übertroffen worden. 2009 hatte sich der Energiekonzern von Vermögenswerten von knapp 6 Milliarden Euro getrennt - dazu zählten das Höchstspannungsnetz in Deutschland, diverse Kraftwerkskapazitäten sowie die Stadtwerke-Holding Thüga. Auf der Verkaufsliste stand auch das Gasnetz des Konzerns in Italien. Vor wenigen Wochen hatte der Düsseldorfer Konzern diesen Verkaufsprozess gestoppt - die Angebote potenzieller Käufer waren hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Acht Jahre nach dem Eintritt in den US-Markt verkauft Eon nun die Aktivitäten wieder, die ursprünglich als ein Sprungbrett für eine US- Expansion galten. Eon hatte 2002 unter Führung von Ulrich Hartmann den britischen Energieversorger Powergen samt dessen US-Tochter LG&E übernommen, der ebenfalls Bedeutung beigemessen wurde. "Mit der Abgabe von Eon US trennen wir uns von einem leistungsstarken und soliden Geschäft, das aber für Eon wenig Spielraum für eine strategische Weiterentwicklung bietet", resümierte Bernotat in einer Mitteilung. Eon US ist nur regional, vor allem im vergleichsweise stark regulierten Energiemarkt in Kentucky tätig. Eon hatte in den vergangenen Jahren vorrangig sein Europa-Geschäft kräftig ausgebaut.

Käufer von Eon US mit 3100 Mitarbeitern ist die PPL Corporation (Allentown/Pennsylvania). Der Umsatz von Eon US betrug zuletzt umgerechnet rund 1,8 Milliarden Euro und der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (adjusted EBIT) 384 Millionen Euro. Die Strom-Erzeugungskapazität von E.ON US basiert weitgehend auf Kohle und beträgt rund 8 Gigawatt. Bei der gesondert in einer anderen Geschäftseinheit geführten Windenergie verfügt Eon in den USA bislang über eine Strom-Erzeugungskapazität von 1,8 Gigawatt. Bei der Nutzung der Sonnenenergie sieht Eon ebenfalls gute Chancen in den USA.

DPA/AFP DPA

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